31. Dezember 2008

Betrachten

Wer mich kennt, der weiß, dass das Betrachten bei mir eine besonderen Rolle spielt, nicht nur das photographische. Es ist wieder einmal Zeit zum Betrachten. Sich darin zu üben, die virtuellen Karteikarten immer wieder aufsteigen zu sehen, sie, möglichst nicht wertend, zu betrachten und wieder verschwinden zu lassen. Immer wieder. Welche Zeit ist dafür mehr geeignet als das Ende eines Jahres und der Beginn eines neuen? Und wenn man dann noch erkrankt ist und bei dem schönsten Sonnenschein wie als kleiner Junge nur den anderen Kindern beim Spielen zusehen darf um so mehr. Der Ausblick, den ich - dank meines lieben Bruders Martin - in diesen Tagen genießen darf, tröstet ein wenig hinweg. Zeit zum Betrachten. Ohne zu werten. Das fällt nicht leicht. Mögen die Nebel fallen... allen meinen Kunden, allen meinen Freunden, allen Wegbegleitern, allen Unterstützern und Förderern, meinen Geschwistern und meiner Familie wünsche ich einen guten Gang in ein neues Jahr..

28. Dezember 2008

Estes

Immer wieder, gerade im urbanen Umfeld, treffe ich auf Motive, die mich unweigerlich an die Zeit erinnern, in der ich zur Photographie gekommen bin. An die Zeit, in der ich mich mit Amerikanischen Fotorealismus beschäftigte und sehr schnell bei Richard Estes landete. Eine Zeit, in der ich noch in der Verlagsbranche beschäftigt war und jeden Feierabend nichts anderes tat, als mich mit Malerei und Photographie zu befassen. Gestern war ein phantastisches Licht. Und wir waren unterwegs. Dieses Licht war einfach atemberaubend, und ich machte endlich wieder einmal Bilder außerhalb des Studios. Und ein Motiv war es, bei dem ich sofort an eine Estes-Szene denken musste.

22. Dezember 2008

Weihnacht

»Weihnachten sagt uns: Gott holt uns ab, gleichgültig, wo wir stehen.« Helmut Thielicke Allen Besuchern dieses Tagebuchs, allen meinen Freunden, allen meinen Kunden wünsche ich friedvolle Weihnachten...

Spuren

Einige der aufmerksamen Leser meines Blogs wissen, was mit mir ist. Und einige wissen auch, dass ich mich für Nicht-Perfektion interessiere, nein, dass ich sie für human halte. Und oft wurde mir gesagt, dass ich einen Hang zum Morbiden habe. Ganz sicher mag ich es, wenn Leben abzulesen ist. Wenn Dinge wie ein Ledersofa, ein schönes altes Auto, eine Häuserfassade, eine Kamera, ein Gesicht Spuren erkennen lassen. Gerade möchte ich einmal keine Spuren, vielmehr keinen Grund für tiefe Spuren. Aber danach wird man nicht gefragt. Manchmal werden die Fensterscheiben nicht eingeworfen, sondern sie fallen einfach ein. Dieser Tage wurde ich in den Psalmen getröstet: »Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz!« (Psalm 18)

13. Dezember 2008

2. Dezember 2008

Freund

Vor vielen Jahren, als mein Vater noch lebte, schrieb ich ihm einen Brief. Ihm scheinbar zur Beruhigung, mir zur Erklärung und Rechtfertigung. In diesem Brief beschrieb ich ihm mein ambivalentes Verhältnis, das ich zu Glauben, Kirche, Gemeinde und mehr hatte. Meine Mutter gab mir diesen Brief lange nachdem mein Vater nicht mehr da war. Sie sagte mir, dass er geweint hatte als er ihn las und das nicht nur einmal. Nun war dies nichts außergewöhnliches und vielleicht würde es ihn trösten, dass es seinem jüngsten Sohn inzwischen, diese Schwäche betreffend, ähnlich geht. Aber ich nahm meinen Brief an ihn in die Hand. Und in ihm schrieb ich, dass ich Gemeinde und Gottesdienst nicht brauche; denn Bach zu hören sei für mich der vollkommene Gottesdienst. Er hatte, mit seinem für ihn typischen roten Stift ein großes "Ja" daneben und ein Ausrufungszeichen dahinter geschrieben. Leider kann ich ihn dafür jetzt nicht in den Arm nehmen und vermutlich ist es auch besser so; denn dann müsste meine Mutter zwei weinende Männer ertragen. Nicht nur, weil mein Verhältnis zu Glaube, Kirche, Gemeinde und Gott ein anderes geworden ist, sondern weil sich an meiner Aussage, die mein Vater markierte hatte, nichts geändert hat. Bach in dieser Zeit zu hören ist vollkommener Gottesdienst. Und speziell für meinen Freund Markus habe ich dieses hier herausgesucht. Lieber wäre es mir, wenn wir zwei das live erleben könnten oder es zumindest in besserer Qualität daher käme, aber daran arbeite ich noch, mein Guter... speziell für meinen Freund Markus

26. November 2008

Experimente

Viel zu selten experimentiere ich im Studio. Aber weder das Tagesgeschäft noch mein Projekt lässt hierfür Zeit. Nur als Manuela hier war, da war Zeit. Da musste die Zeit da sein - und sie war da. Es hat mir viel Freude bereitet, sie einzuweisen. Es war eine gute, eine besondere Zeit. Eine Zeit auch für mich des Bewusstwerdens, der erneuten Erkenntnis des Enstehens eines Bildes. Zuviel Routine ist inzwischen im Spiel, bei aller Liebe für das Medium, mit dem ich es zu tun habe. Das ich liebe. Die Begeisterung, die meine Praktikantin entwickelte, spornte auch mich an. Ich bin davon überzeugt, dass sie begabt worden ist. Und dass es eine Begabung ist, die es zu fördern gilt. Das Versprechen habe ich ihr gegeben. Für Deinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute!

20. November 2008

Mittendrin

Mitten in den ersten Arbeiten zum Projekt tauchen alte Freunde auf. Und besuchen mich. Wie wunderbar das war. Wie gut, wenn man einmal zwei Stunden nur von der Arbeit und dem Projekt sprechen kann. Und aufmerksam zugehört wird. Anteil genommen wird. Das verlernt ein fotografischer Einzelkämpfer sehr schnell. Wenn man immer nur selbst spiegelt. Und kaum noch Austausch da ist. Vielen Dank für euren Besuch. Dank für die Zeit. Danke für die offenen Ohren. Was ihr für mich getan habt werde ich ohnehin nie vergessen. Danke, lieber Freund, für die fotografischen Eindrücke, die Du hinterlassen hast und die ich mir erlaube hier zu zeigen. Danke für Deinen offenen Zuspruch. Danke, liebe Freundin, für all die Unterstützung. Danke dafür, dass Du vom ersten Augenblick an mich geglaubt hast. Und noch ein Letztes zu den negativen Eindrücken, die ihr leider auch beim Besuch in der alten Heimat mitgenommen habt: »Ich bin Künstler geworden, weil es nie eine Gruppe gab, in die ich hineingepasst hätte.« Tom Waits

13. November 2008

Nach innen

Nun bald ist es Zeit, nach "Innen" zu gehen. Zeit, langsam wieder die Kerzen vom Speicher zu holen, die Kugeln, den Baumschmuck. Meine Eltern leben nicht mehr - und ich gehe inzwischen ganz anders mit dieser Vergangenheit um. Damals, als kleine Kinder, liebten wir Weihnachten. Späterhin wollten wir es nicht mehr lieben, wenngleich es noch immer prickelte. Dann aber kam die Zeit des inneren Lösens und so durfte man es nicht mehr lieben. Heute hätte ich gerne einmal einen solchen Tag wieder. Einen Tag der Vorbereitung auf die Weihnacht. Den Streit beim Schmücken des Baumes, den Duft des Bratens, der durch das Haus zog. Die pommerschen Buchweizen-Scheiben, die in der Pfanne vor sich hinbruzzelten. Diese zähen, nicht enden wollenden Stunden bis zur Bescherung. Vielleicht gibt es noch hinter diesem oder jenem Fenster so ein stilles Weihnachten.

9. November 2008

In der Luft hängen

Ist es denn schlimm, wenn so einiges in Hessen in der Luft hängt? Schlimm wohl nur, wenn es lauwarm wird. Wenn keine Entscheidungen gefällt werden können. Wenn es weder Fisch noch Fleisch gibt. Wenn Stillstand ist. Mir war ein Wechsel nicht unrecht, nicht nur, wenn ich über den großen Teich schaue. Wechsel ja, aber wohin wechseln? Wechsel dahin, dass es gerechter zugeht? Dass die Schere nicht weiter auseinander geht? Dass es wirkliche Chancengleichheit gibt? Dass Leben geschützt wird? Dass die Schöpfung bewahrt wird? Nur: wer steht für einen solchen Wechsel?

30. Oktober 2008

Ohne Licht

ist es schwer. Und sicher ist es das, was den meisten Deutschen in der Jahreszeit, auf die wir unaufhaltsam zusteuern, am deutlichsten fehlt: ausreichend Licht. Licht ist ohnehin ein besonderes Wort für mich in diesen Wochen. Und auch Finsternis. Und es gibt kaum etwas in den vergangenen Jahren, über das ich mir mehr Gedanken gemacht habe. Es ist oft hell in der Finsternis und auch dunkel im Licht. Ohne Licht keine Finsternis. Aber auch: ohne Finsternis kein Licht. Genug philosophiert. Was will er sagen? Ja, ich hätte gerne mehr Licht, wenn ich vor die Tür gehe. Und doch liebe ich auch diese Zeit, die jetzt kommt. Seit letztem Jahr noch mehr denn je; denn mir war, als feierte ich zum ersten Mal wirklich Weihnachten. Diese Stunden, wenn der Strom ausfiel, als ich noch Kind war, werde ich nie vergessen. Wenn Großmutter Geschichten erzählte. Geschichten und Geschichten, die das Leben erzählte. Kerzenlicht, seltsame Schatten, die noch bizarrer wirkten, wenn Luft an die Flamme ging. Kurz: ich hätte gerne mehr Licht im Winter. Im deutschen Winter. Mehr Sonne - dann gerne auch mehr Kälte und auch Schnee. Wie damals in meiner Heimat und Kindheit. Wenn die Schneeverwehungen so hoch waren, dass wir die Garagentür nicht aufbekamen. Wenn den ganzen Winter über die Schneeberge vom Schneeschippen am Wegesrand so hoch waren, dass wir Kinder kaum noch drüber hinweg sehen konnten. Kurz? Ich freue mich auch auf den Winter - und Weihnachten.

23. Oktober 2008

Beginn

Es begann vor genau zehn Jahren. Gerade eben fiel mir dieses Bild wieder in die Hand. Sie saß an der Straße, vor ihrem Haus an einer steilen Auffahrt. Und ich hatte ganz andere Bilder im Kopf, als ich sie da sitzen sah. Wenige Monate zuvor wäre ich wahrscheinlich weitergefahren. Hier aber machte ich einen großen Bogen, stellte den Wagen ab und ging zu ihr. Unterhielt mich mit ihr. War fasziniert von diesem Gesicht, von dem Ausdruck, der sich keine Sekunde zu verändern schien. Ich fragte sie, ob ich sie fotografieren dürfte; und versprach, ihr das Ergebnis zu zeigen und einen Abzug da zu lassen. Sie stimmte ein, veränderte nicht ihre Haltung, und der Ausdruck in ihrem Gesicht war noch immer der selbe. Zwei Wochen später hielt ich mein Versprechen und brachte es ihr vorbei. Sie kommentierte es in keiner Weise und sah es sich auch nur kurz an. Sie bedankte sich und ging der Arbeit in ihrer kleinen Küche nach. Zehn Jahre später muss ich zu Beginn meines Projekts immer wieder an sie denken.

17. Oktober 2008

Tisch gedeckt

Am Morgen noch stellte ich die Tageslosung in den Blog. Und jetzt wird mir der Tisch gedeckt. Das Essen ist (noch) nicht bezahlt, aber ich sitze wieder am Tisch. Und bin dankbar für die Engel, die mir in meinem Leben begegnen. Ob sichtbare oder unsichtbare....

Losung

Die Losung für den heutigen Tag: »Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. «

Psalm 73,26

10. Oktober 2008

Magisch

Noch magischer ziehen mich Kettenkarussells an, die sich in diesen Tagen hier breit machen. Je älter desto schöner, mit wunderbaren Farben und Verzierungen, die mich schon als Kind fasziniert haben. Ich stand schon damals lieber daneben oder davor als selbst darin zu sitzen..... und... Vor ein paar Jahren machte Nikon eine Werbung, in der ein Junge sitzt und schaut - und dann fällt ein Satz wie: früher fotografierte ich mit den Augen. Als ich diese Werbung zum ersten Mal im Fernsehen sah, hatte ich das Gefühl, dass man mir diesen Satz geklaut hat. Es tat mir fast weh, ihn so zu hören; denn das war doch ein kleines Geheimnis von mir in meiner Kindheit. Und er beschreibt genau das, was ich damals empfand. Ich wollte in kein Karussell, ich wollte nirgendwo hin, sondern nur an verschiedenen Plätzen stehen und schauen. Und mit meinem Geheimnis allein sein.

8. Oktober 2008

Schulhof

So ein Schulhof hat etwas magisches für mich. Etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Gerade diese alten, gewachsenen Schulhöfe mit einem oder mehreren großen Bäumen, die dem Ganzen noch zusätzlich etwas erhabenes verleihen. Hoch umzäunt. Die Fassade des Schulgebäudes im Blick. Und immer wieder dieses seltsame Gefühl: war es schön oder doch eher schaurig schön? Schön schaurig? Bin ich gerne zur Schule gegangen? Wie antworte ich? Niemals ja oder nein.

4. Oktober 2008

Heiliger Hain

Wir sind in der Lüneburger Heide unterwegs (Heiliger Hain). Die Heide steht schon nicht mehr in der Blüte, aber dennoch war es wunderschön. Wunderbares Licht, traumhafte Farben, Weite, gute Luft und liebe Menschen um uns. Zeit zur Besinnung, zur Entspannung und zum Auftanken. Leider geht es schon am Sonntag wieder heimwärts.

29. September 2008

Projekt und Zyklus

Mein zweites Projekt, aus dem heraus bereits vier Exponate entstanden sind, drei davon aufgezogen, eines in Arbeit, wird mich auch weiterhin beschäftigen. Und es ist ein Projekt, das mir deshalb Freude macht, da bei diesen Arbeiten absolut nichts planbar und auch nichts vorhersehbar ist. Das macht es besonders reizvoll.

28. September 2008

Projekt

Ihr seid mit Auslöser und Initialzündung für mein Projekt gewesen. Gerade erst habe ich die Galerie überarbeitet und da sind mir eure Bilder wieder in die Hände gefallen. Und mir fiel auf, wie einfach und wie schwer diese Arbeit ist. Es hängt von so vielen Faktoren ab, dass ein gutes Bild entstehen kann. Und wie oft stimmt das alles - und das Bild ist ohne Bedeutung. Und wie oft stimmt da vieles nicht - und das Bild ist unvergleichlich, nicht reproduzierbar. Es ist die Begegnung, die für mich das Bild macht. Zumindest in der Menschenfotografie. Und auch da kann alles glatt gehen - und das Bild ist glatt. Für mich ist ein Shooting immer das Betreten von Neuland. Immer gibt es auch eine innere Anspannung, da nichts wirklich planbar ist. Niemals weiß man, wie es verlaufen wird. Vielleicht ist Menschenfotografie die schwierigste Disziplin. Zumindest ist sie für mich die spannendste.

23. September 2008

Spätsommer

Dieser Monat ist besonders für mich. Schon mein Leben lang. Mein Monat. Mit etwas Wehmut sieht man dem Sommer hinterher. Freut sich, wenn er schön warm gewesen ist. Freut sich über die gute Luft, die der Herbst bringt. Die Farben, die alle Vorstellungen sprengen. An den Untergängen, die gerade hier ganz besonders sind. Ein rotes, orangenes, in allen erdenklichen Rottönen erscheinendes Meer am Himmel! Morgens und am abends sind Schauspiele zu beobachten, die ich seit Jahren kenne und dennoch stehe ich wie ein Kind am Fenster oder im Hof mit offenem Mund.

18. September 2008

Zugegeben

....ich wollte immer so arbeiten wie ich es jetzt kann. Mit diesen Mitteln, mit solchen Räumen, in dieser Atmosphäre. Und jetzt ist es soweit, dass es Früchte trägt. Das neue Projekt hält mich in Atem wie noch nichts zuvor in meinem Arbeitsleben. Wie wunderbar sich alles fügt, aneinander reiht. Seit ich diesen Druck nicht mehr mache, sondern abgeben kann. Geduldig sein - und dennoch an den Dingen bleiben. Muss man erst so alt werden dazu? 8)

14. September 2008

Mainhattan

Ein ganzer Tag in Mainhattan. Ein Tag "Kulturtag im Hessischen Rundfunk" und mehr. Spannend, viel zu sehen und nur wenig Zeit, um ein paar Eindrücke auf den Nebenstrecken zu erhaschen. Das Licht wäre dafür wunderbar gewesen, aber das Programm im HR war einfach auch zu interessant. Als wir wieder heim fuhren, war das Licht am besten. Und wäre ich allein unterwegs gewesen, so hätte ich wohl noch gerne und lange um die Häuser ziehen können. Aber ich komme wieder.....

8. September 2008

Neues

Nach anderthalb Jahren Atelier Kassühlke in Gelnhausen ist Zeit für Änderungen und Neues. Angefangen bei den Öffnungszeiten, die sich geändert haben. Mehr hierzu finden Sie auf meiner Homepage unter "Infos": http://www.atelierkassuehlke.de/infos.htm Das bedeutet auch, dass zum ersten Mal der vergangene Montag ein freier Tag für mich war. Zeit zum Schauen, zum Staunen über die Natur. Zeit zum Putzen und Sichten der Werkzeuge und vieles mehr. Und auch Zeit zum Staunen über das, was in der politischen Welt dieses Landes geschieht, kaum dass ich 'mal einen freien Tag nehme :)

5. September 2008

Vernissage

Gestern nun war die Vernissage unserer 12 jungen Künstler vom Kinder-Malworkshop im Rathaus von Gelnhausen. Alle Künstler waren anwesend, die liebe Frau Hartmann - die alle Bilder hochwertig gerahmt hat (vielen vielen Dank!) -, Susanne Kress und viele Eltern der Künstler waren dabei. Der Bürgermeister begrüßte die Anwesenden und freute sich über die Initiative. In den folgenden Tagen werden in beiden großen Gelnhäuser Zeitungen Berichte folgen. Die Ausstellung im Rathaus wird drei Wochen zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses im Foyer zu sehen sein. Wir wurden mehrfach gefragt, ob es wieder einen Workshop geben wird. Möglicherweise im nächsten Jahr. Alle Infos hierzu, Ankündigungen zu Workshops, zu unserer beliebten Ateliernacht und vieles mehr finden Sie unter http:www.ateliernacht.de

2. September 2008

Mit

dem Fahrrad fuhr sie diesmal ein, meine kleine Freundin. Papa öffnete die Ateliertür und sie rief: Jörg, ich komme! Und wieder ist es einen kleinen Beitrag wert in meinem Alina-Tagebuch...

Nachfolge

Ok. Die Nachfolgefrage im Atelier ist auch geregelt.

28. August 2008

Leon

ist schon Teil unserer kleinen Familie geworden. Kann mich noch ziemlich genau erinnern, wie er aussah, als ich ihn das erste Mal sah. Wir freuten uns schon sehr, als er und seine Eltern ins Haus zogen. Und an jedem Zentimeter, die er seither gewachsen ist, kann man ablesen, wie schnell die Zeit verflogen ist. Am meisten liebe ich die Tage, in denen er und Saskia auf der Straße sind. Mit Kreide die Straße bemalen oder Federball spielen. Auf der Straße sitzen, als gäbe es keine Autos. Wie die zwei Jungs, denen ich in Wetzlar beim Spiel auf der Straße zusah.

25. August 2008

Termin - bitte klicken:

Vernissage der jungen Künstler des Kinder-Mal-Workshops

Zwerg

Alina musste warten, bis ich die Bilder für ihre Mama und für ihren Papa fertig hatte. Sie sah mir eine Weile bei der Bildbearbeitung zu, um dann zu fragen, ob sie malen dürfe. "Malen ist mein Liebstes!" Irgendwann brachte sie mir das Blatt, auf dem sie zunächst Schreibübungen gemacht hatte. Sie sagte mir, dass das Blatt zu klein sei für den Zwerg, den sie malen wollte...

23. August 2008

Wieder begegnet

Alina war wieder im Atelier. Dieses Mal aber nicht überraschend; denn ich wusste, dass sie mit Mama und Papa kommen würden. Sie öffnete die Tür und sagte: da ist der Jörg drin! Alina war nicht anders als sonst, außer vielleicht dass sie mit einigen Blessuren im Gesicht daherkam. Ein Mitschüler hatte seine Spuren hinterlassen. Wir waren uns alle einig, dass ich noch einmal ein Shooting mit Alina und ihrem Brüderchen machen würde. Konnte es mir aber nicht verkneifen, sie auch dieses Mal zu fotografieren. Alina fühlt sich fast wie zu Hause im Atelier und weiß schon ziemlich genau, wo alles zu finden ist. Im Gegenlicht machte ich ein Foto neben dem Schild, auf dem sie auf der Straße für das Atelier Werbung macht. Das fand sie besonders witzig. Wieder musste ich intensiv an mein Projekt denken und bin dankbar für diese Anstösse, die wie kleine Geschenke sind. In den letzten Tagen durfte ich erfahren, wie viele Menschen verfolgen, was ich hier im Blog notiere. Und inzwischen sind es nicht wenige, die über die Begegnungen mit Alina Bescheid wissen. Es gab eine weitere Begegnung mit einem Kunden an diesem Tag, die mir etwas bedeutet. Es hat mich berührt, was er zu mir sagte und auch er war sichtlich berührt; denn manchmal muss man die Dinge nicht beim Namen nennen... wir haben es versucht - und sind sprachlich zwar irgendwie gescheitert und dennoch war es offenbar. Es geht um diese Begegnungen, um berührt sein und berührt werden. Und darum, dafür dankbar zu sein. Dessen bin ich mir ziemlich sicher...

21. August 2008

Vielleicht

aus Gründen der Solidarität, vielleicht aus Gründen, die den Menschenfotografen überhaupt zur Photographie getrieben haben, vielleicht auch einfach nur aus Neugier fotografiert man sich selbst. Oft ist es ein besonderes Licht, das mich zur Kamera greifen lässt, auch wenn ich unterwegs bin. Und so ist es wohl in den meisten Fällen das Licht, das mich inne halten lässt. Ist es das Licht, von dem ich angezogen bin...

18. August 2008

Er

Ich sah ihn im Garten und staunte über seine Beweglichkeit, mit der er alte Blätter und anderes mehr vom Boden aufsammelte. Und sah ihm nur eine kurze Weile im Vorübergehen zu, um ihn dann anzusprechen. Er kam mir näher und bat mich darum, lauter und deutlicher zu sprechen. Und dies mit einer Bestimmtheit und auch Freundlichkeit, die mir angenehm war. Wir unterhielten uns eine Weile und bereits im zweiten Satz teilte er mir sein Alter mit: 85. Dabei lächelte er nicht ohne einen Anflug von leichtem Stolz. Bei dem Foto von ihm bemühte ich mich, die kleine Kirche des Ortes im Hintergrund sichtbar zu lassen; denn über sie unterhielt ich mich mit ihm.

10. August 2008

Wiederbegegnet

Susanne und ich wollten gerade mit dem Projekt beginnen. Sanne ist meine Projektmanagerin, so möchte ich es einmal nennen. Und ich sah auf die Straße, bevor ich die Ateliertür schließen wollte. Draußen stand die Mama von Alina. Sie winkte mir zu. Ich ging zu ihr, und wir kamen ins Gespräch. Gerade als ich nach Alina fragen wollte, kam sie auch schon mit dem Rad angefahren. Ihr Bruder lag im Kinderwagen. Mit ihm, so ihr Wunsch, möchte sie gerne zusammen von mir fotografiert werden. Alina lief in die Galerie und erkannte sofort, dass neue Bilder an den Wänden hingen. Sie sprudelte nur so. Und es war mir, als sei sie schon hunderte Male mein Gast in der Galerie gewesen. Mit Sanne unterhielt sie sich über das, was sie in Sannes Bildern entdeckte. Erstaunliche Entdeckungen schien sie da zu machen. Alina bewegte sich ungezwungen. Und wusste auch sofort wieder damit umzugehen, dass ich sie fotografierte. Dann kam ihr Vater hinzu, und ich freue mich, dass ich auch ihn nun kennen lernen durfte. Auch mit ihm unterhielt ich mich angeregt, während Alina weiterhin auf Entdeckungsreise ging. Sie fand auch gleich ihr Bild auf den Gemeindenachrichten meiner Kirchengemeinde. Ganz genau sah sie es sich an. Und wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Die "Geschichte" mit Alina geht weiter. Und ich freue mich darüber. Alina hat dafür gesorgt, dass das Konzept für mein Projekt noch klarer in eine Richtung ging. Es war kein Zufall, dass sie so kurz vor Beginn unserer Arbeit auftauchte. Es war, wie schon bei unserer ersten Begegnung, ein Glücksfall der besonderen Art. Nein, es war Führung. Sie wurde vor meine Tür geführt. Danke, liebe Sanne, für Deine Hilfe....

8. August 2008

Bemerkenswert

Sie bemerkten mich erst gar nicht, so vertieft waren sie in ihr Spiel. Als ich sie fragte, wie es heiße - das Spiel, das sie spielten, gaben sie mir eine Antwort, die ich auch beim zweiten Mal Wiederholen nicht verstand. Es war erfunden und erinnerte mich sofort an unsere Spiele als Kinder. Die Spiele, die wir selbst kreierten, hatten ihren besonderen Reiz. Und wir waren oft genau so wenig auskunftfreudig wie die zwei Jungs. Sie hatten mein Verständnis und meine Bewunderung. Und ließen mich eine ganze Weile zusehen.