28. August 2008

Leon

ist schon Teil unserer kleinen Familie geworden. Kann mich noch ziemlich genau erinnern, wie er aussah, als ich ihn das erste Mal sah. Wir freuten uns schon sehr, als er und seine Eltern ins Haus zogen. Und an jedem Zentimeter, die er seither gewachsen ist, kann man ablesen, wie schnell die Zeit verflogen ist. Am meisten liebe ich die Tage, in denen er und Saskia auf der Straße sind. Mit Kreide die Straße bemalen oder Federball spielen. Auf der Straße sitzen, als gäbe es keine Autos. Wie die zwei Jungs, denen ich in Wetzlar beim Spiel auf der Straße zusah.

25. August 2008

Termin - bitte klicken:

Vernissage der jungen Künstler des Kinder-Mal-Workshops

Zwerg

Alina musste warten, bis ich die Bilder für ihre Mama und für ihren Papa fertig hatte. Sie sah mir eine Weile bei der Bildbearbeitung zu, um dann zu fragen, ob sie malen dürfe. "Malen ist mein Liebstes!" Irgendwann brachte sie mir das Blatt, auf dem sie zunächst Schreibübungen gemacht hatte. Sie sagte mir, dass das Blatt zu klein sei für den Zwerg, den sie malen wollte...

23. August 2008

Wieder begegnet

Alina war wieder im Atelier. Dieses Mal aber nicht überraschend; denn ich wusste, dass sie mit Mama und Papa kommen würden. Sie öffnete die Tür und sagte: da ist der Jörg drin! Alina war nicht anders als sonst, außer vielleicht dass sie mit einigen Blessuren im Gesicht daherkam. Ein Mitschüler hatte seine Spuren hinterlassen. Wir waren uns alle einig, dass ich noch einmal ein Shooting mit Alina und ihrem Brüderchen machen würde. Konnte es mir aber nicht verkneifen, sie auch dieses Mal zu fotografieren. Alina fühlt sich fast wie zu Hause im Atelier und weiß schon ziemlich genau, wo alles zu finden ist. Im Gegenlicht machte ich ein Foto neben dem Schild, auf dem sie auf der Straße für das Atelier Werbung macht. Das fand sie besonders witzig. Wieder musste ich intensiv an mein Projekt denken und bin dankbar für diese Anstösse, die wie kleine Geschenke sind. In den letzten Tagen durfte ich erfahren, wie viele Menschen verfolgen, was ich hier im Blog notiere. Und inzwischen sind es nicht wenige, die über die Begegnungen mit Alina Bescheid wissen. Es gab eine weitere Begegnung mit einem Kunden an diesem Tag, die mir etwas bedeutet. Es hat mich berührt, was er zu mir sagte und auch er war sichtlich berührt; denn manchmal muss man die Dinge nicht beim Namen nennen... wir haben es versucht - und sind sprachlich zwar irgendwie gescheitert und dennoch war es offenbar. Es geht um diese Begegnungen, um berührt sein und berührt werden. Und darum, dafür dankbar zu sein. Dessen bin ich mir ziemlich sicher...

21. August 2008

Vielleicht

aus Gründen der Solidarität, vielleicht aus Gründen, die den Menschenfotografen überhaupt zur Photographie getrieben haben, vielleicht auch einfach nur aus Neugier fotografiert man sich selbst. Oft ist es ein besonderes Licht, das mich zur Kamera greifen lässt, auch wenn ich unterwegs bin. Und so ist es wohl in den meisten Fällen das Licht, das mich inne halten lässt. Ist es das Licht, von dem ich angezogen bin...

18. August 2008

Er

Ich sah ihn im Garten und staunte über seine Beweglichkeit, mit der er alte Blätter und anderes mehr vom Boden aufsammelte. Und sah ihm nur eine kurze Weile im Vorübergehen zu, um ihn dann anzusprechen. Er kam mir näher und bat mich darum, lauter und deutlicher zu sprechen. Und dies mit einer Bestimmtheit und auch Freundlichkeit, die mir angenehm war. Wir unterhielten uns eine Weile und bereits im zweiten Satz teilte er mir sein Alter mit: 85. Dabei lächelte er nicht ohne einen Anflug von leichtem Stolz. Bei dem Foto von ihm bemühte ich mich, die kleine Kirche des Ortes im Hintergrund sichtbar zu lassen; denn über sie unterhielt ich mich mit ihm.

10. August 2008

Wiederbegegnet

Susanne und ich wollten gerade mit dem Projekt beginnen. Sanne ist meine Projektmanagerin, so möchte ich es einmal nennen. Und ich sah auf die Straße, bevor ich die Ateliertür schließen wollte. Draußen stand die Mama von Alina. Sie winkte mir zu. Ich ging zu ihr, und wir kamen ins Gespräch. Gerade als ich nach Alina fragen wollte, kam sie auch schon mit dem Rad angefahren. Ihr Bruder lag im Kinderwagen. Mit ihm, so ihr Wunsch, möchte sie gerne zusammen von mir fotografiert werden. Alina lief in die Galerie und erkannte sofort, dass neue Bilder an den Wänden hingen. Sie sprudelte nur so. Und es war mir, als sei sie schon hunderte Male mein Gast in der Galerie gewesen. Mit Sanne unterhielt sie sich über das, was sie in Sannes Bildern entdeckte. Erstaunliche Entdeckungen schien sie da zu machen. Alina bewegte sich ungezwungen. Und wusste auch sofort wieder damit umzugehen, dass ich sie fotografierte. Dann kam ihr Vater hinzu, und ich freue mich, dass ich auch ihn nun kennen lernen durfte. Auch mit ihm unterhielt ich mich angeregt, während Alina weiterhin auf Entdeckungsreise ging. Sie fand auch gleich ihr Bild auf den Gemeindenachrichten meiner Kirchengemeinde. Ganz genau sah sie es sich an. Und wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Die "Geschichte" mit Alina geht weiter. Und ich freue mich darüber. Alina hat dafür gesorgt, dass das Konzept für mein Projekt noch klarer in eine Richtung ging. Es war kein Zufall, dass sie so kurz vor Beginn unserer Arbeit auftauchte. Es war, wie schon bei unserer ersten Begegnung, ein Glücksfall der besonderen Art. Nein, es war Führung. Sie wurde vor meine Tür geführt. Danke, liebe Sanne, für Deine Hilfe....

8. August 2008

Bemerkenswert

Sie bemerkten mich erst gar nicht, so vertieft waren sie in ihr Spiel. Als ich sie fragte, wie es heiße - das Spiel, das sie spielten, gaben sie mir eine Antwort, die ich auch beim zweiten Mal Wiederholen nicht verstand. Es war erfunden und erinnerte mich sofort an unsere Spiele als Kinder. Die Spiele, die wir selbst kreierten, hatten ihren besonderen Reiz. Und wir waren oft genau so wenig auskunftfreudig wie die zwei Jungs. Sie hatten mein Verständnis und meine Bewunderung. Und ließen mich eine ganze Weile zusehen.