30. Oktober 2008

Ohne Licht

ist es schwer. Und sicher ist es das, was den meisten Deutschen in der Jahreszeit, auf die wir unaufhaltsam zusteuern, am deutlichsten fehlt: ausreichend Licht. Licht ist ohnehin ein besonderes Wort für mich in diesen Wochen. Und auch Finsternis. Und es gibt kaum etwas in den vergangenen Jahren, über das ich mir mehr Gedanken gemacht habe. Es ist oft hell in der Finsternis und auch dunkel im Licht. Ohne Licht keine Finsternis. Aber auch: ohne Finsternis kein Licht. Genug philosophiert. Was will er sagen? Ja, ich hätte gerne mehr Licht, wenn ich vor die Tür gehe. Und doch liebe ich auch diese Zeit, die jetzt kommt. Seit letztem Jahr noch mehr denn je; denn mir war, als feierte ich zum ersten Mal wirklich Weihnachten. Diese Stunden, wenn der Strom ausfiel, als ich noch Kind war, werde ich nie vergessen. Wenn Großmutter Geschichten erzählte. Geschichten und Geschichten, die das Leben erzählte. Kerzenlicht, seltsame Schatten, die noch bizarrer wirkten, wenn Luft an die Flamme ging. Kurz: ich hätte gerne mehr Licht im Winter. Im deutschen Winter. Mehr Sonne - dann gerne auch mehr Kälte und auch Schnee. Wie damals in meiner Heimat und Kindheit. Wenn die Schneeverwehungen so hoch waren, dass wir die Garagentür nicht aufbekamen. Wenn den ganzen Winter über die Schneeberge vom Schneeschippen am Wegesrand so hoch waren, dass wir Kinder kaum noch drüber hinweg sehen konnten. Kurz? Ich freue mich auch auf den Winter - und Weihnachten.

23. Oktober 2008

Beginn

Es begann vor genau zehn Jahren. Gerade eben fiel mir dieses Bild wieder in die Hand. Sie saß an der Straße, vor ihrem Haus an einer steilen Auffahrt. Und ich hatte ganz andere Bilder im Kopf, als ich sie da sitzen sah. Wenige Monate zuvor wäre ich wahrscheinlich weitergefahren. Hier aber machte ich einen großen Bogen, stellte den Wagen ab und ging zu ihr. Unterhielt mich mit ihr. War fasziniert von diesem Gesicht, von dem Ausdruck, der sich keine Sekunde zu verändern schien. Ich fragte sie, ob ich sie fotografieren dürfte; und versprach, ihr das Ergebnis zu zeigen und einen Abzug da zu lassen. Sie stimmte ein, veränderte nicht ihre Haltung, und der Ausdruck in ihrem Gesicht war noch immer der selbe. Zwei Wochen später hielt ich mein Versprechen und brachte es ihr vorbei. Sie kommentierte es in keiner Weise und sah es sich auch nur kurz an. Sie bedankte sich und ging der Arbeit in ihrer kleinen Küche nach. Zehn Jahre später muss ich zu Beginn meines Projekts immer wieder an sie denken.

17. Oktober 2008

Tisch gedeckt

Am Morgen noch stellte ich die Tageslosung in den Blog. Und jetzt wird mir der Tisch gedeckt. Das Essen ist (noch) nicht bezahlt, aber ich sitze wieder am Tisch. Und bin dankbar für die Engel, die mir in meinem Leben begegnen. Ob sichtbare oder unsichtbare....

Losung

Die Losung für den heutigen Tag: »Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. «

Psalm 73,26

10. Oktober 2008

Magisch

Noch magischer ziehen mich Kettenkarussells an, die sich in diesen Tagen hier breit machen. Je älter desto schöner, mit wunderbaren Farben und Verzierungen, die mich schon als Kind fasziniert haben. Ich stand schon damals lieber daneben oder davor als selbst darin zu sitzen..... und... Vor ein paar Jahren machte Nikon eine Werbung, in der ein Junge sitzt und schaut - und dann fällt ein Satz wie: früher fotografierte ich mit den Augen. Als ich diese Werbung zum ersten Mal im Fernsehen sah, hatte ich das Gefühl, dass man mir diesen Satz geklaut hat. Es tat mir fast weh, ihn so zu hören; denn das war doch ein kleines Geheimnis von mir in meiner Kindheit. Und er beschreibt genau das, was ich damals empfand. Ich wollte in kein Karussell, ich wollte nirgendwo hin, sondern nur an verschiedenen Plätzen stehen und schauen. Und mit meinem Geheimnis allein sein.

8. Oktober 2008

Schulhof

So ein Schulhof hat etwas magisches für mich. Etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Gerade diese alten, gewachsenen Schulhöfe mit einem oder mehreren großen Bäumen, die dem Ganzen noch zusätzlich etwas erhabenes verleihen. Hoch umzäunt. Die Fassade des Schulgebäudes im Blick. Und immer wieder dieses seltsame Gefühl: war es schön oder doch eher schaurig schön? Schön schaurig? Bin ich gerne zur Schule gegangen? Wie antworte ich? Niemals ja oder nein.

4. Oktober 2008

Heiliger Hain

Wir sind in der Lüneburger Heide unterwegs (Heiliger Hain). Die Heide steht schon nicht mehr in der Blüte, aber dennoch war es wunderschön. Wunderbares Licht, traumhafte Farben, Weite, gute Luft und liebe Menschen um uns. Zeit zur Besinnung, zur Entspannung und zum Auftanken. Leider geht es schon am Sonntag wieder heimwärts.