24. Dezember 2009

Weihnacht

Allen Lesern meines Blogs, Kunden, Freunden, Begleitern, Brüdern, Schwestern, Unterstützern, Wegbleitern und Vertrauten wünsche ich gesegnete und friedvolle Weihnachten, Dein/Ihr/Euer j.k.

21. Dezember 2009

Leica M9

Seit kurzem mache ich die ersten Tests und Aufnahmen mit der neuen Leica M9. Neben alldem, was technisch richtig und wichtig erscheint, ist mir in erster Linie das Ergebnis wichtig. Das steht für mich im Vordergrund. Bin überhaupt kein Pixel- oder Erbsenzähler; und mich interessiert Anmutung, Farbigkeit, Räumlichkeit und vor allem Natürlichkeit mehr als technisches Detailgerede. Zunächst: sie ist eine Leica M. Das war schon bei ihrer Vorgängerin, der von mir noch immer sehr geschätzten M8, genauso. Der Übergang von »analog« zu »digital« war bei mir nie gegeben. Schon zu Beginn meiner Profi-Laufbahn steckte in der Tasche eine DSLR. Mit ihr arbeitete ich. Wenngleich auch meine Liebe einer schwarzen wunderschönen Leica M6 galt. Sofort wurde die M6 zu »meinem« Werkzeug. Keine andere Kamera konnte mich so überzeugen. Sie war wie mein verlängertes Auge. 2006 kam die M8 auf den Markt. In Gießen sah ich bei einem Händler zum ersten Mal durch ihren Sucher. Und wusste sofort, dass es das ist. Mit einer Leica-M digital arbeiten. Das war für mich ein Traum. Allen Unkenrufen zum Trotz kaufte ich sie mir, und beschäftigte mich mit einer Diva, die Aufmerksamkeit erwartete. Auch die Filter, die sie brauchte, brachten mich nicht weg von meiner Begeisterung, mit einer Leica M digital arbeiten zu dürfen. Diese Begeisterung hält bis jetzt an. Die M9 ist eine M. Das ist für mich - technisch - das Wichtigste. Sie ist im Vollformat. Ja, sicher. Spannend. Aber gleichsam nicht wirklich wichtig für mich. Sie ist leise, sie ist diskret, diskreter vielleicht als eine M8. Sie bietet etwas mehr Reserven im spärlichen Licht. Das interessiert mich vornehmlich. Und da bin ich angetan. Mich interessiert es nicht, dass andere Flaggschiffe da mehr bieten. Ich will eine M. Und sie ist eine M. Und was für eine.. Werde noch mehr testen, sie in meinem neuen Projekt einsetzen. Aber die neue Leica M9 ist - für mich - ein hervorragendes Werkzeug. Und ich freue mich auf die nächsten Wochen, in denen ich sie verstärkt nutzen werde. Wirklich schwach werde ich im Moment, wenn das asph. 50mm-Summilux an ihr im Einsatz ist. Eine wunderbare Kombination. (Foto: © jörg kassühlke)

18. Dezember 2009

Fallt mit Danken, fallt mit Loben..

»Lieber Herr Gott, wecke uns auf, dass wir bereit sind, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch ihn, deinen Sohn, Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.« Martin Luther

17. Dezember 2009

Nur für den O.

Ok, lieber Freund, especially for you: ein erstes Bildchen mit eben jener Wundermaschine getan. Aber.... eigentlich verbirgt sich ihr Können und Licht noch hinter der Wolke. Wir müssen uns noch gedulden. Aber schon bald wird sie auch da eingesetzt, wofür sie gedacht ist: für die Menschenfotografie. Deshalb... noch Geduld :). Dieses Bildchen hätte die Vorgängerin nicht schlechter getan... Herzlich, Dein jj

10. Dezember 2009

Vorschau

Es neigt sich langsam ein Jahr, das wie kein anderes zuvor mir den Atem geraubt hat. Unmöglich alles beim Namen zu nennen und zu beschreiben, was geschehen ist. Eine Achterbahnfahrt scheint wie ein Scherz dagegen. Dichter können Freud und Leid nicht beieinander sein. Die düsteren Szenarien, die schon jetzt für das kommende Jahr gezeichnet werden, wollen nicht weniger werden. Sicher hat gerade dieses Jahr 2009 unvorstellbar viel Kraft gekostet. Trotzdem ist es vornehmlich Dankbarkeit, die ich zutiefst empfinden darf. So viele wunderbare Begegnungen, so viele Segnungen; Menschen, die mich bewegt und berührt haben. Ein wunderbarer Mensch, der auf der Einladungskarte für »Altersbilder« zu sehen ist, ist dieser Tage von uns gegangen. ----- Wie ist er nun: der Blick nach vorne. Vernebelt? Dahinter scheint es klar? Ist dahinter Licht? Müssen wir uns fürchten? Heutfrüh las ich dieses Wort: »Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.« (Psalm 86) Es ist Licht hinter der Nebelwand; darauf will ich zutiefst vertrauen.

28. November 2009

Auswahl

© jörg kassühlke Ausstellen bedeutet zunächst Auswählen. Eine mühevolle Arbeit, vielleicht die mühevollste. Für »Altersbilder« bedeutet dies auch, dass nicht alle Menschen, die sich von mir fotografieren ließen, die mich in ihre Privatsphäre hinein ließen, die mir ihre Zeit, ihr Vertrauen und Einblicke schenkten, auch zu sehen sind. Da ist es oft nicht leicht, »wegzulassen«... so auch mit dem lieben Menschen, der hier zu sehen ist. Es war eine besondere Begegnung, bei wundervollem Licht an einem traumhaft schönen Tag. Dennoch haben die Bilder von diesem Tag nicht in die Ausstellung gefunden...

23. November 2009

Vom Morgen bis zum Abend

höre ich zur Zeit: Cantate BWV 129
Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir getan.

19. November 2009

Projektbeginn

Erst jetzt beginnt mein neuestes Projekt. Die ersten Arbeiten hierzu sind noch weit von dem entfernt, was ich mir vorstelle und wohin es gehen soll. In südlicheren Gefilden ist Licht weniger ein Problem; ganz anders aber in unseren Breiten. Wenn Bilder so entstehen sollen wie ich sie entstehen lassen will, nämlich nur mit dem verfügbaren Licht, ohne zusätzliche Lichtquellen, ohne Aufheller, ohne Blitz, in Räumen, die zuweilen nur spärlich beleuchtet sind, dann stößt man schnell an Grenzen des Machbaren. Neue Techniken und Sensoren versprechen hier viel. Mich interessiert aber die Anmutung dessen, was ich dann wirklich auf Papier sehe. Und mich interessiert, ob es gelingt, dass das, was ich wirklich vorfinde und sehe, auch späterhin auf Papier zu sehen ist. Ohne Tricks, ohne doppelten Boden - und möglichst mit natürlichen Farben. Werde hierzu in Kürze mehr sagen oder schreiben können, aber ich bin schon sehr gespannt. Heute war ich bei LEICA in Solms. Derzeit hängen zwei Arbeiten aus meinem Zyklus »Instant Venues« von mir im Eingangsbereich nahe der LEICA-Galerie.

8. November 2009

Neue Wege

© jörg kassühlke Meine neuen Projekte setzen mich wieder frei. Neue Eindrücke, neue Gedanken, neue Begegnugen. Und auch endlich wieder etwas mehr unterwegs, raus, weniger Bildschirmarbeit. Und auch wenn es seltsam klingen mag: mit der Kamera in der Hand auf Straßen unterwegs zu sein ist noch immer etwas, das mich entspannt. Dass mich sekündlich im Kopf frei macht. Wie kommt es nur, dass dies anders ist, wenn zwischen mir »und der Welt« dieses schwarze Gehäuse und das Glas davor ist. Warum es etwas »mit mir macht«, mich dem, was mir begegnet, eine andere Sicht gibt. Nun renne ich ja nicht ständig mit dem Sucher am Auge durchs Leben, sondern sehe zunächst mit meinen Augen, was sich vor mir ausbreitet. Und dennoch ist es oft so, als wäre da immer dieser Sucher vor meinem Auge. Und noch immer sind es auch Bilder, die da in mir auftauchen, die ich vor Jahren sah, zuweilen sogar vor Jahrzehnten, die mich prägten. Niemand hat mich da wohl mehr geprägt als Richard Estes.

27. Oktober 2009

Neues

© jörg kassühlke Gerade das eine Projekt abgeschlossen, die Vernissage hinter mir, beginnt ein neuer Abschnitt. Die Vorbereitungen und auch schon Arbeiten zu zwei neuen Projekten. Und auch wenn das alte Projekt abgeschlossen, die Bilder an der Wand hängen, Artikel in der Zeitung erscheinen - so ist es dennoch nicht gänzlich abgeschlossen. Es werden noch Bilder entstehen, auch zum Thema »Altersbilder«. Niemals zuvor in meiner Zeit als Bilderschaffender stellte sich eine solche Dankbarkeit ein wie gerade jetzt in diesen Tagen.

10. Oktober 2009

Vernissage »Altersbilder« Bad Orb

Gestern nun die Eröffnung am Abend. Hier ein Ausschnitt aus der Rede der Leiterin des Evangelischen Bildungszentrums für die zweite Lebenshälfte (ebz), Bad Orb:

» Ich stelle im Nachhinein fest, dass wir, ohne es zu planen, Menschen gefunden haben, die ihr Leben auch kurz vor dem Lebensende mit hoher Intensität leben. Sie müssen mit Begrenzungen gesundheitlicher und anderer Art leben und bleiben sich dabei dennoch treu. Sie fordern das Leben und auch Ihre Umwelt heraus, sie lassen nicht locker. Das beschäftigt und berührt mich. Wir haben versucht, ihre Biografien und unsere Begegnungen im Begleitheft greifbar zu machen. Dabei haben die Beteiligten sich selbst riskiert und so manches Tabu gebrochen. Dafür danke ich allen Beteiligten. Ich hoffe, dass diese Veröffentlichung des gemeinhin Privaten, Sie, liebe Gäste, und viele andere dazu anregt den Biografien alter Menschen und Ihrem eigenen Weg auf den Grund zu gehen. Und dabei Ihr Bild vom Alter zu erweitern. Jörg Kassühlke ist es gelungen, diese Intensität einzufangen oder vielleicht eher: sie sichtbar zu machen. In seinen Portraits findet eine Verdichtung statt, die die Lebensintensität der Einzelnen aufgreift, hier eine störrische Melancholie, dort eine ätherische Entschlossenheit, hier eine wache Gelassenheit, dort eine Innigkeit, die keine Krankheit zerstören kann. Er kommt sehr nahe heran – stellt die Portraitierten dennoch unter einen Schutz. Jörg Kassühlke nähert sich den Menschen mit Respekt und Vorsicht, begegnet ihnen mit großem menschlichem Interesse, nur mit seiner Leica. Es gibt kein künstliches Licht (was oft eine große Herausforderung war), es wird nichts inszeniert. Da ist nur die Begegnung mit dem, was er vorfindet. Das ist hohe Kunst. Er nimmt Unschärfen in Kauf und weigert sich, die Bilder nachträglich zu bearbeiten. Damit fängt er mal die Dynamik, mal die Zerbrechlichkeit des Augenblicks ein. Jörg Kassühlke und mich verbindet das selbe Menschenbild. Die Würde des Menschen ist unantastbar – und jeder Mensch, ganz gleich wie alt, ist ein Wunder, ein Geschöpf Gottes, einzigartig, besonders. Das strahlt aus seinen Portraits, deswegen habe ich ihn überhaupt angesprochen. « http://www.alters-bilder.de

27. September 2009

Wünsche

Vielen Dank für alle guten Wünsche in diesen Tagen, nicht nur zur Ausstellungseröffnung am 9. Oktober. Niemals zuvor in meinem Leben habe ich mich so getragen gefühlt. Gestern ging mir eine Melodie nicht aus dem Sinn. Den Text dazu fand ich später im Liederbuch: »Du, Herr, heißt uns hoffen und gelassen vorwärts schaun, deine Zukunft steht uns offen, wenn wir dir fest vertrauen.« (Text und Melodie: Ottmar Schulz, 1967)

21. September 2009

20. September 2009

Glück

»Ist es denn ein Unglück, in eine stürmische, brausende Zeit hineingeboren zu sein? Ist es nicht vielmehr ein Glück?« - Hermann Hesse

31. August 2009

Hände

Heute bin ich angesprochen worden, ob ich nicht einmal eine Ausstellung mit Bildern von Händen machen möchte. Warum? Es gibt sehr viele Bilder von Händen, die ich gemacht habe. Hände sind für mich oft mehr Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen als beispielsweise die Augen. Hände spiegeln oft das wieder, was das Leben und Umfeld eines Menschen ausmachen kann. Hände von alten Menschen finde ich oft anrührend. Sie haben zuweilen sogar - wie in einigen anderen Dingen auch - etwas von den Händen eines Neugeborenen. Es klingt vielleicht seltsam, aber ich bin oft von »Händen berührt«, jetzt einmal nicht im doppelten Sinne. Und es zeigt das, was mich in der Kunst, in der Musik, in der Photographie, in der Literatur am meisten interessiert: berührt zu werden und zu sein - und zu berühren.

24. August 2009

Sehnen

Ist der Spätsommer schon greifbar? Eine besondere Zeit für mich. Macht es etwas mit einem Menschen, wenn die Zeit anbricht, in der man zur Welt gekommen ist? Ist das ein seltsamer "Glaube"? Es ist mir egal. Für mich ist diese Zeit, in der sich alles darauf vorbereitet, dass der Spätsommer eingeläutet wird, man jeden Tag in vollen Zügen genießen mag, der noch nach Sommer schmeckt, eine schöne und gute Zeit. Er hat etwas von Halten-wollen, von Wehmut, von Ich-will-Dich-noch-haben. Ist das schlecht? Ist das Sehnsucht, wenn man etwas traurig über das ist, was schon hinter einem liegt? Wohl kaum, aber es ist Sehnsucht danach, noch einen Sommer erleben zu dürfen. Ihn wieder erleben zu dürfen. Und das ewige alte Spiel des Absterbens und der Auferstehung.
Es gibt Orte, an denen ich diese Momente besonders genieße. Und dazu muss ich keine tausende Kilometer fliegen oder fahren. Sie liegen oft gleich um "die Ecke". Und haben sogar meist etwas, das mir keine Ferne bieten kann.

17. August 2009

Bewegend

Bewegende Wochen und Tage, in denen sich manchmal alles nur noch zu drehen, oft vieles so unhaltbar scheint. Und mir wieder einer meiner liebsten Lyriker einfällt: »O taumelbunte Welt, Wie machst du satt, Wie machst Du satt und müd.« (H. Hesse)
Finanzkrise, Weltwirtschaftskrise, Ende der Rezession... Auf die Hitze des Tages folgt am Ende das Gewitter und die erhoffte Abkühlung. Was suche ich mehr? Die Hitze, das Gefecht, die Momente, in denen man mittendrin steckt und es ohne Ende zu fließen scheint oder den Augenblick des Abkühlens, wenn betrachtet werden kann, was da war. Vielleicht beides?
Mag sie sich drehen, die taumelbunte Welt. Mag ich mich auch drehen und manchmal nicht wissen wo ich stehe, wenn die Augen wieder geöffnet sind. Und mag die "Walze" auch weiterwalzen... »Wie sähe die Welt aus, hätte sich die nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über sie hinweg geschoben.« (Heinrich Böll)

11. August 2009

Vor Zwölf

In diesen Tagen trifft man als Zurückgebliebener Vertraute, Freunde und Bekannte nur virtuell an. Allüberall bewegen sie sich auf Asphalt, Schienen oder Luftwegen. Und es ist schon eine gehörige Portion Fernweh in dem, was ich hier gerade selbstbemitleidend von mir gebe. Gleichsam ist der Hauptgrund (andere Gründe werden nicht preisgegeben) meines Hierbleibens ein so spannender, aufregender, dass ich's mir nicht verdrießen lassen will. Es ist glücklicherweise noch nicht fünf vor Zwölf, aber der Tag der Ausstellungseröffnung kommt näher. Es gibt viel zu tun und ich sitze, mit wenigen Unterbrechungen, viel an den vorletzten Arbeiten. Anstrengend schön.

Evang. Bildungszentrum - ebz: „Altersbilder“ - Fotografien von Jörg Kassühlke

4. August 2009

Verwandlungen

»Damit wir innerlich gesund bleiben, müssen wir uns ständig wandeln«, schreibt Anselm Grün. Vermutlich ist es etwas, das mir leicht fällt. Nicht die äußerliche Wandlung, sondern die innere. Es hat etwas mit der Vermeidung von »Stillstand« zu tun; wobei mir bei diesem Begriff sofort ein Lied meines Freundes Tobias einfällt: kass|ühlke Stillstand ist eine der wenigen Zustände, vor denen ich mich wirklich fürchte. Weil ich es selbst erlebt habe, dass Stillstand krank machen kann. Wandlung, auch Verwandlung, hat etwas mit Mut zu tun. Es ist eine Entscheidung. Und das ist etwas, das mir früher so gar nicht klar war: dass es eine Entscheidung ist. Und zuweilen sogar zwingend dazu führen muss, mich immer wieder zu entscheiden, täglich. In dieser Phase meines Lebens wird gerade alles verwandelt, wie mir scheinen will. Eine spannende, eine aufregende und schöne Zeit. Vielleicht die schönste Zeit meines Lebens. »Jedes Erleben verwandelt uns. Alles, was uns widerfährt, alles, was uns berührt und was wir berühren, bewirkt etwas in uns und ruft etwas in uns hervor. Die Freude, die wir spüren, wandelt uns.« (Quelle: Anselm Grün, Verwandlung, Eine vergessene Dimension geistlichen Lebens, Matthias-Gründewald-Verlag, Mainz)

27. Juli 2009

Stürmisch

Weiß ich den Weg auch nicht, du weiß ihn wohl; das macht die Seele still und friedevoll. Ist's doch umsonst, dass ich mich sorgend müh, dass ängstlich schlägt das Herz, sei's spät, sei's früh. Du weißt den Weg ja doch, Du weißt die Zeit, dein Plan ist fertig schon und liegt bereit. Ich preise Dich für Deiner Liebe Macht, ich rühm die Gnade, die mir Heil gebracht. Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht, und Du gebietest ihm, kommst nie zu spät; drum wart ich still, Dein Wort ist ohne Trug, Du weißt den Weg für mich, - das ist genug Hedwig von Redern (1866 - 1935)

22. Juli 2009

Verkniffen

Manchmal sieht man mit geschlossenen Augen besser? Sicher fällt den meisten hier der kleine Prinz ein. In diesen wundervollen Tagen begegnete mir dieser Gedanke neu. Nicht von mir kam er. Und ich könnte ihn so nicht wiedergeben; denn der Mensch, der ihn mir beschrieb, müsste es wieder tun und doch nicht. Wobei kein Wort es umschreiben kann, was ich fühlte, als ich ihn hörte. Klar und dicht. Überhaupt nicht verschwommen. Klarer als jedes Auge, jede Linse es sehen könnte. In einer Tiefe... mit geschlossenen Augen denke ich daran und sollte besser schweigen...
so blieb mir nur der Griff zur Kamera. Ohne echtes Ziel sah ich nach draußen. Nicht einmal das Fliegengitter konnte mich stören. Nur die Wolken waren es, mit denen ich gerne mitgezogen wäre, nur diesen einen Moment lang.

13. Juli 2009

Unwesentlich

In einem Interview - leider finde ich gerade das genaue Zitat nicht - sagte Paolo Roversi einmal, dass Schärfe unwesentlich sei. Das sehe ich, in den meisten Fällen zumindest, nicht anders. Es gibt ein wunderbares Buch mit einer Sammlung Porträts, die aus der Box von Cartier-Bresson stammen. Da ist beinahe keines der Bilder mit ausreichender Schärfe gesegnet; zumeist wegen mangelhafter Lichtverhältnisse. Aber dennoch sind - für mich - alle Porträts wesentlich, da das Wesen des Abgebildeten ganz offenbar zum Vorschein kommt. Also Schärfe ja, aber nicht »um jedem Preis.«

10. Juli 2009

Bin ich

»Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand. Das ist meine Wahrheit und meine Freude. Immerfort blickt Dein Auge mich an, und ich lebe aus Deinem Blick, Du mein Schöpfer und mein Heil. Lehre mich, in der Stille Deiner Gegenwart das Geheimnis zu verstehen, dass ich bin. Und dass ich bin durch Dich und vor Dir und für Dich.«
Romano Guardini

9. Juli 2009

Licht und Leere

© jörg kassühlke
Zur Zeit gibt es in der internationalen Fotokunst eine Bildersprache, die mich anzieht und auch zuweilen erschaudern lässt. Sie zieht mich oft an, weil sie sauber, klar und sonderbar aufgeräumt ist. Sie lässt mich erschaudern ob ihrer Gleichförmigkeit. Zu oft die selbe Anmutung, die selbe kühle Farbigkeit, zu auswechselbar oftmals das, was man zu sehen bekommt. Zu wenig eigene Handschriften, die mich neugierig machen, die mich entdecken lassen. Anders hingegen manchmal das, was junge Lichtbildner in flickr und Co. zeigen. Neue Perspektiven, experimentierfreudig, oft gar nicht klar und auch sehr oft überhaupt nicht konzeptionell. Erfrischend manchmal, wild, ungezähmt, eine freie Art des Sehens, die mir Spaß macht. Konzeptionell... ja. Aber manchmal will ich nicht konzeptionell...

2. Juli 2009

Zusammen

Das ist etwas, das mich schon während der Fertigstellung des Projekts »Altersbilder«, sehr beschäftigte: liebe-volle Beziehung. Ein Mann, der seine Frau schon seit vielen Jahren pflegt, und mir - als ich ihm und seiner Frau begegnen durfte - einen Kloß in den Hals schickte mit seiner Art, wie er mit seiner Liebe umging. Mehr dazu in meiner Wanderausstellung, die am 9. Oktober in Bad Orb beginnen wird. Aus dieser Begegnung ist ein weiteres Projekt entstanden, auf das ich mich mehr freue als ich mir selbst zugeben mag; denn man möchte es nicht zu oft benennen, damit es nicht unwirklich wird. Liebe-volle Beziehungen. Der Mann, dem ich aber hier mit seiner Liebe begegnen durfte, hat mich schon in seinem Umgang mit alten Menschen sehr beeindruckt. Lieber Herr Lange ... Sie haben mich wirklich sehr berührt mit ihrer Art, wie sie mit alten Menschen umgehen und sie motivieren, auch wenn ich noch viel zu wenig gesehen habe. Danke auch für Ihr Vertrauen, dass sie mir dieser Tage erneut entgegenbrachten; es war mir eine Ehre.

1. Juli 2009

Einfrieren

Es gibt Augenblicke, die ich gerne einfrieren möchte. Manchmal sind es sogar Minuten, zuweilen Stunden oder Tage. Wo ich förmlich die Zeit anhalten möchte. Darüber ist soviel gesagt oder geschrieben worden, und es hängt einem vielleicht sogar soweit aus den Ohren, dass man es abschneiden könnte. Aber dennoch gibt es dieses Phänomen, diese Wünsche, und in dieser Zeit, die ich gerade erleben darf, taucht es häufiger auf denn je. »Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn!«, (Goethe, Faust I). Erstaunliches aus der Tastatur eines Mannes, der vor kaum einem halben Jahr sein Atelier schließen musste und dessen Lebenssituation - sagen wir 'mal - nicht gerade einfacher geworden ist? Trösten die Augenblicke? Tröstet mich das Wort eines großen Dichters? Sicher haben mich Worte eines Dichters schon trösten können, wenn auch nicht aus der Feder des Mannes, den ich oben zitierte; dann schon eher dieses Mannes: »In einer großen Liebe verliert man sich nicht, man findet sich.« Hermann Hesse

18. Juni 2009

Freunde

Seit wenigen Tagen ist ein Podcast zu abonnieren, in dem ich mit zwei Freunden an einem Tisch sitze und über Gott und die Welt spreche. Nun habe ich mich in diesem Blog schon des öfteren auch über Gott geäußert. Hier mache ich dies mit zwei Freunden in Gesprächen, die nicht geplant sind, sondern entstehen. Wir unterhalten uns frei, ohne Konzept, ohne echtes Ziel, außer vielleicht, dass wir so ehrlich und authentisch wie möglich über die Dinge sprechen möchten. Die erste Folge ist nun auch bei iTunes zu bekommen und man/frau findet sie unter: http://www.first-supper.de/podcast.htm

10. Juni 2009

Spannend

Habe drei außerordentlich spannende Tage in Rostock erlebt. Drei Tage voll mit herzlichen Begegnungen, mit sehr viel Gespräch, mit Betrachten. Betrachten dessen was war. In den vergangenen Monaten und auch Jahren. Und auch einen vorsichtigen Ausblick wagend. Und wenn man dies nicht ganz allein, sondern mit Freunden und im Gebet tun darf ist es nur wunderbar. Es müssen Dinge, auch Beziehungen zu Menschen losgelassen werden. Distanz und Abstand ist nicht immer schlecht, sondern oft notwendig und gut. Auch wenn es zuweilen schwer fällt. Will und werde Bereiche meines bisherigen Lebens abschließen, abschließen müssen, damit etwas Neues entstehen kann. Dies hat mir der geographische Abstand dieser Tage gezeigt. Und es stellt sich Dankbarkeit ein.

27. Mai 2009

Cityscapes

Gibt es eigentlich, wenn es »landscapes« gibt, auch »cityscapes«? Sofort werden vermutlich die meisten - wie ich auch - denken: es gibt alles. Ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Zumindest erinnern mich manchmal Aufnahmen, die ich im Vorbeihuschen zum Beispiel wie hier in Frankfurt mache, an die Arbeiten von Richard Estes, die damals wohl wesentlich den Amerikanischen Fotorealismus mitgeprägt haben. Estes machte seine Aufnahmen, die er dann meist als Vorlage für seine Werke nahm, wohl durchweg mit dem Stativ. Und ich mag meine Aufnahmen, die ich hier zeige, überhaupt nicht wirklich mit den Arbeiten von Estes vergleichen wollen. Und dennoch erinnern sie mich an sie. Und daran, dass sie mich damals aufhorchen ließen. Dass sie mich beeindruckt und wohl auch beinflusst haben.

19. Mai 2009

Ehre

Habe an dieser Stelle schon einmal über »Begegnungen« geschrieben. Und es fällt mir nicht schwer, erneut darüber zu schreiben; denn für mich sind meine Projekte und meine Arbeit vornehmlich Begegnungen. So verstehe ich es. Und oft sind es Begegnungen, die mich berühren, zuweilen tief berühren. Auch darüber schrieb ich hier schon einmal. Aber wenn man einen Kunden wieder sieht und sich wie ein Kind darauf freut, dann ist das schon etwas ganz ungewöhnliches. So geschehen am vergangenen Wochenende. Ein besonderer Augenblick, der mir die Gänsehaut über die Arme schickte. Was ist der Grund dafür? Was hat dazu geführt, dass man hier ganz anders und tiefer empfindet als sonst? Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht wirklich. Das spielt auch keine Rolle. Es ist wie: warum habe ich ein Kind, das ich besonders liebe? Auch Jesus hatte einen Lieblingsjünger. Und warum mag ich den einen Senf lieber als den anderen? Ich mag ihn eben lieber. Nun möchte ich einen Kunden von mir ungern mit Senf vergleichen. Und schon gar nicht diesen. Dachte ich eigentlich, dass ich ihn nie wiedersehen würde, so war die Freude um so größer. Für mich eine Ehre, bei dieser Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Und dann die gleichen Worte aus seinem Munde: eine Ehre. Und wieder bin ich berührt.

5. Mai 2009

Zwischen den Stühlen

Sicher kennt jeder dieses Gefühl. Und es muss nicht immer unangenehm sein. Gerade sitze ich zwischen zwei Projekten. Das eine noch nicht ganz abgeschlossen, das andere noch nicht begonnen, aber schon in der inneren Planung. Darüber hinaus werde ich ein neues Projekt beginnen, das mit Photographie nichts zu tun hat, aber nicht minder spannend ist. Schon einmal habe ich einen längeren Text verfasst, um dessen Veröffentlichung ich mich bis jetzt gedrückt habe. Zu sehr war dieser Text eine persönliche Verarbeitung, zu sehr war er einfach für mich wichtig, um etwas zu verarbeiten, das inzwischen auch schon weit zurück liegt. Und auch wenn die wenigen, die den Text lasen, mich dazu drängten und noch immer drängen, ihn zu veröffentlichen - beginne ich einen neuen Text. Die Vorbereitungen hierzu sind fast abgeschlossen. Nein, keine Recherchen, noch nicht. Mein schöner kleiner alter Schreibtisch (von 1936) ist endlich aufgestellt, das Schubfach mit Füller, Kugelschreiber und Papier gefüllt. Der Rechner und der Monitor sind plaziert und seit sehr langer Zeit nicht nur für Bildbearbeitung. Ich rechne damit, dass mich diese Arbeit erfassen wird. Rechne damit, dass ich kaum noch ruhige Minuten haben werde. Neben den zwei photographischen Projekten, Ausstellungen, Fotojobs, einem Bildband, der in der Planung ist und worüber ich mich sehr freue, werde ich nun auch wieder ein literarisches Projekt haben. Es steigt da eine Vorfreude in mir auf, die ich nicht beschreiben kann. Es sind also nicht nur zwei Stühle, »zwischen denen ich zur Zeit sitzen darf«. Das Foto ist entstanden in der Konstantinbasilika in Trier, in der ich am vergangenen Wochenende war. Sie ist wunderschön und unbedingt sehenswert.

21. April 2009

Abschluss

© jörg kassühlke
Ein spannender Abend. Ein Projekt steht vor dem Abschluss. Und ich kann es noch nicht ganz fassen. Alles scheint »im Kasten«. Es geht nun darum, Abstand zu gewinnen, um eine Auswahl, die Auswahl zu treffen für die Ausstellung. Da braucht es dringend Abstand.
Früher - vielleicht kennen das die Kollegen noch - hatte man die Bilder im Kasten, einen Haufen Filme lagen auf dem Bett im Hotelzimmer oder daheim. Und wenn der Auftraggeber keinen Druck machte oder wenn es bei einer freien Arbeit gar keinen Auftraggeber gab, dann ließ man zunächst die vollen Patronen liegen.
Heute ist das etwas anders. Und dennoch halte ich es oft so, dass ich alles sickern lassen. Abstand ist nicht nur hier gut. Abstand gewinnen ist in vielen anderen Bereichen eine gute Therapie.
Es wird nun wirklich spannend. Und ich freue mich. Auf den nötigen Abstand. Auf die schwierige Arbeit des Auswählens. Auf das, was übrig bleiben wird.

16. April 2009

Berührungen

Berührt sein. Zur Zeit bin ich bei den Arbeiten zu meinem Projekt sehr oft berührt. Obschon andere das, was ich da erleben darf, gar nicht als Berührungen bezeichnen würden.
Da ist ein alter Mann, der seit vielen vielen Jahren seine kranke Frau pflegt. Und dies mit einer Würde, mit einer Liebe, mit einer Selbstverständlichkeit, die mich zutiefst gerührt hat. Da sind Menschen, die in ihrer zweiten Lebenshälfte oder am Ende ihres Lebens erfüllt sind. Mit Bildern, mit Begegnungen ihres Lebens, mit dem, was sie hinter sich zu haben scheinen.
Und oft frage ich mich, womit ich es verdient habe, dies festhalten zu dürfen...

13. April 2009

Besonders

© jörg kassühlke
Ein besonderer Tag. Auch für mein aktuelles Projekt. Eine wunderbare Begegnung mit einer interessanten Frau, die mit ihren 81 Jahren sehr viel Lust und Mut macht auf das Altsein. Zufrieden, agil, beweglich - geistig wie körperlich -, selbständig, autark. Mehr dazu schon bald auf meiner Internet-Präsenz unter "altersbilder". Es geht also weiter. Und das an ein paar Tagen, in denen ich seit Wochen zum ersten Mal etwas Ruhe haben darf. Etwas Abstand zu dem, was mich in den vergangenen Monaten nach Schließung des Ateliers in Atem hielt. Das tut gut. Lässt Zeit, zu betrachten, was nun ist und kommen könnte.
Meine Eltern nannten mich Jörg, und Jörg stammt von Georg, "der Landmann". Das spüre ich hier wieder, dass "Nomen" "Omen" sein kann. Bei mir ist es so. Auch wenn ich das platte Land nicht so liebe, aber das ländliche in jedem Falle. Der Hof, auf dem Katharina mich empfing, damit ich sie fotografierte, hat es mir angetan. Auch gerade das, was schon alt und lange in Gebrauch ist. Einfach besonders.

6. April 2009

Ausser sich

Es gibt Momente, in denen man »außer sich« ist und vielleicht habe ich darüber hier auch schon einmal geschrieben. Augenblicke, in denen man das Verschwommene vor den Augen sucht, in denen man vielleicht ein wenig in sich selbst hineinschaut, vielleicht aber auch gar nirgendwo, in einer Art »Nichts« sich aufhält, um einfach einmal ohne äußere Einflüsse zu sein, die Augen und die Seele für Sekunden pflegt. Vielleicht will ich es auch gar nicht aufspießen, sondern einfach unbenannt lassen. Ich erinnere mich an die Verfilmung von »Ansichten eines Clowns«, in der es eine Szene gibt, in welcher der junge Hans Schnier, der Junge, seine größere Schwester im Garten sieht. Und er sie fragt, woran sie denkt. Und sie darauf antwortet: »An nichts. Ich denke an nichts.« Das ist ein Zitat, das aus dem Kopf erfolgt und somit ohne Gewähr.
Ich liebe diese Momente. Und entdecke sie sehr oft bei Kindern. Diesen Momenten ist eine kleine Serie gewidmet und sie wurde auch in meinem Atelier einmal ausgestellt.

26. März 2009

Herzenstochter

Heute war meine Herzenstochter bei mir. Seltene Momente inzwischen. Besondere Momente. Ein paar Schüsse mit der analogen M, dann mit der digitalen.
Wir haben uns so daran gewöhnt, schon im nächsten Moment die Ergebnisse "in den Händen zu halten". Aber ich glaube nicht daran, dass digitales Arbeiten gleichzusetzen ist damit, dass mehr Bilder entstehen. Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wieviele Sicherheitsschüsse man analog machte, wenn es um einen Job ging. Oft denke ich sogar, dass ich wesentlich weniger Schüsse brauche, wenn ich digital arbeite. Aber wirklich wichtig ist das Ergebnis. Wobei ich mit diesen hier noch nicht zufrieden war...

11. März 2009

Lichter

© jörg kassühlke
Heute war ich wieder in Frankfurt und bin dem Licht hinterher. Es war einfach nur wunderbar - und ich bin wie im Fieber durch die Straßen. Es war schon etwas später und ich befürchtete, nicht genug abzukommen. Es gibt so gegen 17 Uhr ein besonderes Licht. Ein Licht, das sich auch besonders für Portraits auf der Straße eignet. Nein, es eignet sich nicht nur - es kann dir den Atem rauben. Heute hatte ich aber nur Augen für das Licht selbst. »Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.« Paul Cezanne

9. März 2009

Weiter gehen

Selbstverständlich kann ich nur begrenzt etwas damit anfangen, wenn man mir sagt, dass "das Leben weitergeht". Erstaunlich ist eben nur, dass es stimmt. Und dass mir erneut geschenkt wird, dankbar sein zu können. Sicher geht es weiter. Vornehmlich auch mein aktuelles Projekt. Und es bleibt sehr spannend. Die letzten Begegnungen waren vielversprechend. Die Ergebnisse - trotz der angespannten Lage - zufriedenstellend. Es macht viel Freude, wieder die Kamera in der Hand zu halten. Vielleicht können das nur wenige - vermutlich Kollegen- verstehen, dass Haptik eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die Kamera, mit der ich arbeiten darf, hat genau jene Haptik, die ich suche. Sie fühlt sich einfach gut an. Durch all das, was mir in den letzten Wochen widerfahren ist, war keine Gelegenheit mehr, zu dem zu kommen, um was es eigentlich geht: eine Kamera in die Hand zu nehmen und Bilder zu machen. Als ich sie endlich wieder auspackte und in der rechten Hand hielt, wusste ich, was mir - unter anderem - in letzter Zeit gefehlt hatte.

28. Februar 2009

Wege

Dieser Tage war ich in Frankfurt, besuchte das Städel, ging am späten Abend über den Eisernen Steg. Es war beinahe mild. Wenn auch meine Stimmung weniger milde schien. Zu viel ist passiert. Zu viel in so kurzer Zeit. Der Weg am Schaumainkai, an dem das Städel zu finden ist, ist umsäumt von diesen Bäumen, die so bizarr wirken wie diese Tage und diese Zeit. Man kneift die Augen zusammen, so scharf wird die Wirklichkeit abgebildet und so außerordentlich seltsam wirkt sie.

21. Februar 2009

Sonic Blog Workshop

The Sonic Blog, das ich schon sehr lange hier verlinkt habe, veranstaltet gemeinsam mit BerlinPhotoWorkshops einen sehr interessanten Workshop, auf den ich hiermit aufmerksam machen möchte. Bei Klick auf obiges Foto oder auf folgenden Link gibt es mehr Informationen: http://blog.sonicsites.de/workshop-fotografie-duesseldorf-seminar/

15. Februar 2009

Abschied

Nach genau zwei Jahren schließt das Atelier Kassühlke in Gelnhausen. Ich danke allen Freunden und Kunden für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben. Danke für viele berührende Begegnungen. Für eine gute Zeit, auf die ich nicht mit Groll zurückblicken will, sondern mit Dank. Auch wenn das, was jetzt teilweise unvermeidlich folgen wird, mir nicht nur Grund zur Freude geben wird. Danken möchte ich auch allen, die mich unterstützt haben, in Rat und Tat. Danken möchte ich vor allem meiner Vermieterin, die sehr viel Geduld mit mir hatte. Danken möchte ich besonders Claus. Ohne Dich wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke möchte ich Martin, Astrid, Uschi, Hery, Pamela, Oliver und Susanne sagen. Meine Arbeit als Fotograf geht gleichwohl weiter, wenn auch zunächst vornehmlich mit künstlerischen Projekten. Selbstverständlich bin ich weiterhin buchbar für Aufträge "on location". Mehr Infos hierzu entnehmen Sie bitte meiner offiziellen Internet-Präsenz. Ihr Jörg Kassühlke

14. Februar 2009

Zauber

Es mag in anderen Gegenden anders sein. Hier aber empfinde ich diesen Winter als einen der schönsten meines Lebens. Seit vielen Wochen Sonne, kaum durchbrochen einmal durch einen Tag mit bedecktem Himmel. Und auch wenn ich die vergangenen Wochen fast nur krank war, so durfte ich doch viel sehen von dem Zauber, den diese Wochen bereit gehalten haben. Das Äußere ist nicht Spiegel des Inneren zur Zeit.

3. Februar 2009

Narr

Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren, da war ich ein Narr und wusste nichts, ich war wie ein Tier vor dir. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. (Psalm 73, 21 - 26)