27. Mai 2009

Cityscapes

Gibt es eigentlich, wenn es »landscapes« gibt, auch »cityscapes«? Sofort werden vermutlich die meisten - wie ich auch - denken: es gibt alles. Ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Zumindest erinnern mich manchmal Aufnahmen, die ich im Vorbeihuschen zum Beispiel wie hier in Frankfurt mache, an die Arbeiten von Richard Estes, die damals wohl wesentlich den Amerikanischen Fotorealismus mitgeprägt haben. Estes machte seine Aufnahmen, die er dann meist als Vorlage für seine Werke nahm, wohl durchweg mit dem Stativ. Und ich mag meine Aufnahmen, die ich hier zeige, überhaupt nicht wirklich mit den Arbeiten von Estes vergleichen wollen. Und dennoch erinnern sie mich an sie. Und daran, dass sie mich damals aufhorchen ließen. Dass sie mich beeindruckt und wohl auch beinflusst haben.

19. Mai 2009

Ehre

Habe an dieser Stelle schon einmal über »Begegnungen« geschrieben. Und es fällt mir nicht schwer, erneut darüber zu schreiben; denn für mich sind meine Projekte und meine Arbeit vornehmlich Begegnungen. So verstehe ich es. Und oft sind es Begegnungen, die mich berühren, zuweilen tief berühren. Auch darüber schrieb ich hier schon einmal. Aber wenn man einen Kunden wieder sieht und sich wie ein Kind darauf freut, dann ist das schon etwas ganz ungewöhnliches. So geschehen am vergangenen Wochenende. Ein besonderer Augenblick, der mir die Gänsehaut über die Arme schickte. Was ist der Grund dafür? Was hat dazu geführt, dass man hier ganz anders und tiefer empfindet als sonst? Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht wirklich. Das spielt auch keine Rolle. Es ist wie: warum habe ich ein Kind, das ich besonders liebe? Auch Jesus hatte einen Lieblingsjünger. Und warum mag ich den einen Senf lieber als den anderen? Ich mag ihn eben lieber. Nun möchte ich einen Kunden von mir ungern mit Senf vergleichen. Und schon gar nicht diesen. Dachte ich eigentlich, dass ich ihn nie wiedersehen würde, so war die Freude um so größer. Für mich eine Ehre, bei dieser Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Und dann die gleichen Worte aus seinem Munde: eine Ehre. Und wieder bin ich berührt.

5. Mai 2009

Zwischen den Stühlen

Sicher kennt jeder dieses Gefühl. Und es muss nicht immer unangenehm sein. Gerade sitze ich zwischen zwei Projekten. Das eine noch nicht ganz abgeschlossen, das andere noch nicht begonnen, aber schon in der inneren Planung. Darüber hinaus werde ich ein neues Projekt beginnen, das mit Photographie nichts zu tun hat, aber nicht minder spannend ist. Schon einmal habe ich einen längeren Text verfasst, um dessen Veröffentlichung ich mich bis jetzt gedrückt habe. Zu sehr war dieser Text eine persönliche Verarbeitung, zu sehr war er einfach für mich wichtig, um etwas zu verarbeiten, das inzwischen auch schon weit zurück liegt. Und auch wenn die wenigen, die den Text lasen, mich dazu drängten und noch immer drängen, ihn zu veröffentlichen - beginne ich einen neuen Text. Die Vorbereitungen hierzu sind fast abgeschlossen. Nein, keine Recherchen, noch nicht. Mein schöner kleiner alter Schreibtisch (von 1936) ist endlich aufgestellt, das Schubfach mit Füller, Kugelschreiber und Papier gefüllt. Der Rechner und der Monitor sind plaziert und seit sehr langer Zeit nicht nur für Bildbearbeitung. Ich rechne damit, dass mich diese Arbeit erfassen wird. Rechne damit, dass ich kaum noch ruhige Minuten haben werde. Neben den zwei photographischen Projekten, Ausstellungen, Fotojobs, einem Bildband, der in der Planung ist und worüber ich mich sehr freue, werde ich nun auch wieder ein literarisches Projekt haben. Es steigt da eine Vorfreude in mir auf, die ich nicht beschreiben kann. Es sind also nicht nur zwei Stühle, »zwischen denen ich zur Zeit sitzen darf«. Das Foto ist entstanden in der Konstantinbasilika in Trier, in der ich am vergangenen Wochenende war. Sie ist wunderschön und unbedingt sehenswert.