27. Oktober 2009

Neues

© jörg kassühlke Gerade das eine Projekt abgeschlossen, die Vernissage hinter mir, beginnt ein neuer Abschnitt. Die Vorbereitungen und auch schon Arbeiten zu zwei neuen Projekten. Und auch wenn das alte Projekt abgeschlossen, die Bilder an der Wand hängen, Artikel in der Zeitung erscheinen - so ist es dennoch nicht gänzlich abgeschlossen. Es werden noch Bilder entstehen, auch zum Thema »Altersbilder«. Niemals zuvor in meiner Zeit als Bilderschaffender stellte sich eine solche Dankbarkeit ein wie gerade jetzt in diesen Tagen.

10. Oktober 2009

Vernissage »Altersbilder« Bad Orb

Gestern nun die Eröffnung am Abend. Hier ein Ausschnitt aus der Rede der Leiterin des Evangelischen Bildungszentrums für die zweite Lebenshälfte (ebz), Bad Orb:

» Ich stelle im Nachhinein fest, dass wir, ohne es zu planen, Menschen gefunden haben, die ihr Leben auch kurz vor dem Lebensende mit hoher Intensität leben. Sie müssen mit Begrenzungen gesundheitlicher und anderer Art leben und bleiben sich dabei dennoch treu. Sie fordern das Leben und auch Ihre Umwelt heraus, sie lassen nicht locker. Das beschäftigt und berührt mich. Wir haben versucht, ihre Biografien und unsere Begegnungen im Begleitheft greifbar zu machen. Dabei haben die Beteiligten sich selbst riskiert und so manches Tabu gebrochen. Dafür danke ich allen Beteiligten. Ich hoffe, dass diese Veröffentlichung des gemeinhin Privaten, Sie, liebe Gäste, und viele andere dazu anregt den Biografien alter Menschen und Ihrem eigenen Weg auf den Grund zu gehen. Und dabei Ihr Bild vom Alter zu erweitern. Jörg Kassühlke ist es gelungen, diese Intensität einzufangen oder vielleicht eher: sie sichtbar zu machen. In seinen Portraits findet eine Verdichtung statt, die die Lebensintensität der Einzelnen aufgreift, hier eine störrische Melancholie, dort eine ätherische Entschlossenheit, hier eine wache Gelassenheit, dort eine Innigkeit, die keine Krankheit zerstören kann. Er kommt sehr nahe heran – stellt die Portraitierten dennoch unter einen Schutz. Jörg Kassühlke nähert sich den Menschen mit Respekt und Vorsicht, begegnet ihnen mit großem menschlichem Interesse, nur mit seiner Leica. Es gibt kein künstliches Licht (was oft eine große Herausforderung war), es wird nichts inszeniert. Da ist nur die Begegnung mit dem, was er vorfindet. Das ist hohe Kunst. Er nimmt Unschärfen in Kauf und weigert sich, die Bilder nachträglich zu bearbeiten. Damit fängt er mal die Dynamik, mal die Zerbrechlichkeit des Augenblicks ein. Jörg Kassühlke und mich verbindet das selbe Menschenbild. Die Würde des Menschen ist unantastbar – und jeder Mensch, ganz gleich wie alt, ist ein Wunder, ein Geschöpf Gottes, einzigartig, besonders. Das strahlt aus seinen Portraits, deswegen habe ich ihn überhaupt angesprochen. « http://www.alters-bilder.de