28. November 2009

Auswahl

© jörg kassühlke Ausstellen bedeutet zunächst Auswählen. Eine mühevolle Arbeit, vielleicht die mühevollste. Für »Altersbilder« bedeutet dies auch, dass nicht alle Menschen, die sich von mir fotografieren ließen, die mich in ihre Privatsphäre hinein ließen, die mir ihre Zeit, ihr Vertrauen und Einblicke schenkten, auch zu sehen sind. Da ist es oft nicht leicht, »wegzulassen«... so auch mit dem lieben Menschen, der hier zu sehen ist. Es war eine besondere Begegnung, bei wundervollem Licht an einem traumhaft schönen Tag. Dennoch haben die Bilder von diesem Tag nicht in die Ausstellung gefunden...

23. November 2009

Vom Morgen bis zum Abend

höre ich zur Zeit: Cantate BWV 129
Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir getan.

19. November 2009

Projektbeginn

Erst jetzt beginnt mein neuestes Projekt. Die ersten Arbeiten hierzu sind noch weit von dem entfernt, was ich mir vorstelle und wohin es gehen soll. In südlicheren Gefilden ist Licht weniger ein Problem; ganz anders aber in unseren Breiten. Wenn Bilder so entstehen sollen wie ich sie entstehen lassen will, nämlich nur mit dem verfügbaren Licht, ohne zusätzliche Lichtquellen, ohne Aufheller, ohne Blitz, in Räumen, die zuweilen nur spärlich beleuchtet sind, dann stößt man schnell an Grenzen des Machbaren. Neue Techniken und Sensoren versprechen hier viel. Mich interessiert aber die Anmutung dessen, was ich dann wirklich auf Papier sehe. Und mich interessiert, ob es gelingt, dass das, was ich wirklich vorfinde und sehe, auch späterhin auf Papier zu sehen ist. Ohne Tricks, ohne doppelten Boden - und möglichst mit natürlichen Farben. Werde hierzu in Kürze mehr sagen oder schreiben können, aber ich bin schon sehr gespannt. Heute war ich bei LEICA in Solms. Derzeit hängen zwei Arbeiten aus meinem Zyklus »Instant Venues« von mir im Eingangsbereich nahe der LEICA-Galerie.

8. November 2009

Neue Wege

© jörg kassühlke Meine neuen Projekte setzen mich wieder frei. Neue Eindrücke, neue Gedanken, neue Begegnugen. Und auch endlich wieder etwas mehr unterwegs, raus, weniger Bildschirmarbeit. Und auch wenn es seltsam klingen mag: mit der Kamera in der Hand auf Straßen unterwegs zu sein ist noch immer etwas, das mich entspannt. Dass mich sekündlich im Kopf frei macht. Wie kommt es nur, dass dies anders ist, wenn zwischen mir »und der Welt« dieses schwarze Gehäuse und das Glas davor ist. Warum es etwas »mit mir macht«, mich dem, was mir begegnet, eine andere Sicht gibt. Nun renne ich ja nicht ständig mit dem Sucher am Auge durchs Leben, sondern sehe zunächst mit meinen Augen, was sich vor mir ausbreitet. Und dennoch ist es oft so, als wäre da immer dieser Sucher vor meinem Auge. Und noch immer sind es auch Bilder, die da in mir auftauchen, die ich vor Jahren sah, zuweilen sogar vor Jahrzehnten, die mich prägten. Niemand hat mich da wohl mehr geprägt als Richard Estes.