15. Juni 2010

Man muss sich beeilen

In diesen Tagen muss ich immer wieder an das Zitat »Man muss sich beeilen, wenn man noch etwas sehen will. Alles verschwindet.« von Paul Cézanne denken. Immer wieder gibt es diese Augenblicke, diese Momente, in denen man sich danach sehnt, einfach nur verweilen zu können. Es klingt so klischeehaft, so überholt, so zig Male schon formuliert, aber dennoch wird mir immer deutlicher, dass wir in einer, im übertragenen Sinne, haltlosen Zeit leben. In der kaum noch etwas Bestand zu haben scheint. In einer Zeit, in der die Aneinanderreihung von Eindrücken nicht nur immer komplexer erscheint, sondern sich auch in einer Schnelligkeit vollzieht, dass einem zuweilen förmlich der Atem stockt. Aber ist das denn wirklich so? Oder doch eher ein subjektives Empfinden? Wir produzieren diese Schnelllebigkeit selbst. Wir können uns hie und da ihr nicht nur entziehen, sondern wir sollten es zwingend tun; so zumindest ist meine Überzeugung. Und ich möchte da auch einen guten alten Begriff einbringen, der schon beinahe in Vergessenheit geraten ist - den des zivilen Ungehorsams. Ich denke einfach nicht daran, immer schneller werden zu wollen. Weder bei der Frequenz der Bilderfolge einer so genannten Fotografie, noch auf der Autobahn, noch in der Anschaffung von Mobiltelefonen, Computern und vielem anderen mehr. Will mich nicht dem beugen, dass nur wenn ich ständig konsumiere ich ein guter Bürger sei. Dazu sollte ja der Geldbeutel auch permanent - und auch immer schneller - gefüllt sein. Das ist er aber in diesen Zeiten beileibe nicht immer. Und ich schäme mich dessen nicht. Sollte ich dies eher verschweigen? Nur wenn ich in der selben Geschwindigkeit mitfliege, rase, flüchte und zappe lebe ich? Das sehe ich ganz anders. Und ich liebe noch immer eben jene Momente, in den die Zeit stillzustehen scheint.

1. Juni 2010

»Altersbilder« in der Katharinenkirche

Seit dem gestrigen Abend sind »Altersbilder« in der Katharinenkirche. Ein spannender Ort, an der Hauptwache 1, direkt zu Beginn der Zeil, inmitten von Frankfurt am Main. Bis zum 9. Juni ist in der Zeit zwischen 14 und 19 Uhr täglich die Ausstellung geöffnet. Besonders habe ich mich über die Anwesenheit von Helmut Sinn gefreut, den ich von hier aus noch einmal herzlich grüßen möchte.