30. September 2010

Altersbilder im artRIUM Bruchköbel

Sie wandert weiter. Gerade noch in Eschwege, nun in Kürze in Bruchköbel, meine Ausstellung »Altersbilder«. Sie wird vom 10. bis zum 24. Oktober im artRIUM zu sehen sein. Um 11:30 Uhr wird der Bürgermeister die Ausstellung eröffnen. Am 24. werden wir nach Marburg wandern, im November erneut in den Kasseler Raum, dieses Mal nach Zierenberg. »Altersbilder« ist nun fast ein Jahr auf der Reise. Eine spannende Wanderung mit vielen guten Eindrücken, wunderbaren Begegnungen, berührenden Momenten, auf die ich schon jetzt mit Dankbarkeit zurückblicken darf. An den genannten Orten waren und sind freiwillige Helfer, die mit einer Liebe dafür sorgen, dass Ausstellungen zustande kommen, mit denen Menschen in Gotteshäuser geführt werden, Begegnungen stattfinden können. Mein besonderer Dank gilt der Leiterin des Evangelischen Bildungszentrums Bad Orb, Frau Zander. Vielen Dank vor allem dafür, dass Sie an mich, an das Projekt und »Altersbilder« geglaubt und daran festgehalten haben. Vielen Dank auch an Herrn Wolter. Seien Sie alle herzlich gegrüßt, ob in Bad Orb, Kassel, Bad Oeynhausen, Frankfurt am Main, Rodenbach, Eschwege, Bruchköbel, Marburg oder Zierenberg. Herzlich, Ihr jörg kassühlke (Foto: © jörg kassühlke) Stadt Bruchköbel

12. September 2010

Fotomaschine

Vielleicht klingt es seltsam, aber sie fühlt sich einfach gut an. Noch immer nehme ich sie gerne in die Hand; manchmal scheint sie mit ihr beinahe verwachsen. Sie war verschrien, schwer gescholten. Sie wurde be-schrieben und besprochen wie kaum eine andere Fotomaschine der letzten fünf Jahre. Da schwangen sich viele auf, sie niederzuschreiben oder zu -sprechen, ohne sie jemals in den Händen gehalten zu haben. Und andere testeten sie kurze Zeit und legten sie enttäuscht oder gar erbost beiseite. Die Diva wollte Aufmerksamkeit. Die ich ihr sofort schenkte. Vielleicht meinte sie es deshalb gut mit mir. Ich weiß es nicht. Aber besonders mit dem Glas, das inzwischen mit ihr wie meine rechte Hand verwachsen scheint, das wunderbarste Objektiv, das ich kenne, ist sie noch immer eine Bank für mich. Und vielleicht ist sie sogar - mit der MP - die schönste von allen. Für mich wohlgemerkt. Aber das hat ja bekanntlich etwas mit Geschmack zu tun. Nun, sie schmeckt mir noch immer sehr.

5. September 2010

Die Schatten werden länger

Eigentlich viel zu früh scheint der Spätsommer da zu sein. Vielleicht täusche ich mich ja auch; und es ist nur eine kurze Pause im Sommer, der im September noch einmal an Fahrt aufnimmt. Wie auch immer: der Spätsommer »ist meine Zeit«, da ich in ihm geboren bin. Und ich bin beileibe nicht abergläubisch, aber dass dies eine Rolle spielt - daran glaube ich. Es spielt eine Rolle, in welche Welt man hineingeboren worden ist. Welche Eltern man hatte, in welchem Land - und sicher auch die Jahreszeit... ich liebe den Spätsommer und immer macht er mich wehmütig. Das ist jedes Jahr so. Und es erinnert mich jedes Jahr daran, dass alles vergänglich ist. Beinahe alles. Und in jedem der letzten Jahre muss ich daran denken, dass wir bedenken sollen, dass wir sterben müssen (Psalm 90,12). Es bedeutet mir etwas, dass es Jahreszeiten gibt. Dass wir Verwandlung erleben in jedem Jahr. Vielleicht anschaulicher als in einigen anderen Ländern? Egal. Wir sollten diese Zeit genießen, »auskaufen«, in ihr sein, sie bewußt wahr-nehmen. Und uns darauf einstellen, dass die Blätter fallen werden. Und alles ersterben wird, auf dass es neu werden kann.