31. Dezember 2010

Ende und Anfang

Was für ein Jahr. Es scheint mir, als wäre es an mir vorbei getobt; kann man das überhaupt schreiben, ohne einen Fehler zu begehen? Schwer, aufregend, spannend, anstrengend, still stehend, davon jagend. Zu diesem Jahr passt anscheinend jede Vokabel. Es bleibt kaum Zeit, um Revue passieren zu lassen, um so zu betrachten, dass es einen Sinn macht. Habe ich »alles« richtig gemacht oder überwiegen die Fehler? Gerade in den vergangenen Tagen habe ich schwere Zweifel bekommen an meinem Tun, meiner Sicht der vergangenen Monate, an alledem, was ich tat und meinen Motiven dazu. Vielleicht klingt und ist das alles zu klischeehaft. Aber dennoch erscheint es mir, als seien die Zeiten rauer geworden. Als würden wir achtloser aneinander vorüber ziehen, da keine Zeit mehr bleibt. Wir kämpfen mit allen erdenklichen, auch und gerade technischen Mitteln darum, Zeit zu gewinnen, um immer weniger davon übrig zu haben. Sehr wohl gibt es weniger Verkehrstote in Deutschland zu beklagen, aber sind die deutschen Autofahrer rücksichtsvoller geworden? Das Recht des Stärkeren scheint mir gerade auf den Straßen das ungeschriebene Gesetz der Stunde zu sein. Da werden Schwächere, Langsamere, Behinderte wegdividiert. Das klingt schwarzmalerisch, aber ich empfinde es so. So scheint mir die Jahreslosung für das in wenigen Stunden kommende Jahr gerade recht zu kommen. »Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.« (Römer 12,21) Das gefällt mir sehr. Und ich will versuchen, diesen Anspruch zu verinnerlichen. Der Ausblick in das neue Jahr scheint verhangen; aber ich will voller Hoffnung sein. Voller Hoffnung darauf, dass Liebe überwinden kann und wird. Allen Lesern dieses Blogs, allen Vertrauten, allen Freunden, allen Wegbegleitern, allen Geschwistern wünsche ich einen guten Gang in ein neues Jahr. Ihr/euer j. kassühlke

7. Dezember 2010

Eiskalt

Bin nicht wirklich ein Freund des Winters, wenn ich auch die klare und gute Luft in diesen Monaten wirklich sehr schätze. Aber manchmal ist es auch mehr. Dieser Winter, dieser Monat, ist für mich ein Abschied nehmen, mit dem ich erst klarkommen muss. Vor vielen Jahren schon sagte ich einmal, dass es für das Wort Leben auch das Synonym Abschied gibt. Immer wieder Abschied. Aber wie oft bedeutet Abschied auch Neuanfang. Und da fällt es wieder, das gute alte Dichterwort vom Zauber, der in allem Anfang steckt. Abschied, Übergang, Neuanfang. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Daran will ich glauben. Und will mich freuen auf den Zauber.