31. Dezember 2011

Neuland

Aufbruch in ein neues Jahr....
Bei mir überwiegt noch die große Dankbarkeit für ein unfassbares Jahr, das hinter mir liegt.
Vor dem Jahresschluss am Abend noch ein letzter Gottesdienst. Auf der Fahrt dort hin wurde mir klar, was geschieht, wenn man Gott beim Wort nimmt.
Die Führungen in den letzten 365 Tagen sind kaum überschaubar.... auch kaum fassbar, wie barmherzig und treu dieser Gott ist.
Mehr und mehr nehme ich mir vor, Ihn beim Wort zu nehmen. Und bin gespannt, was noch alles daraus entstehen wird. In diesem neuen und spannenden Jahr....
allen Wegbegleitern in Gelnhausen, in Darmstadt und Bad Homburg und in Aschaffenburg wünsche ich einen guten und gesegneten Gang in das neue Jahr. Danke für alle Hilfe, alle Unterstützung, für die so wichtigen Gebetsunterstützungen....
allen Freunden, vor allem Foto-Freunden in der Nähe und der Ferne danke ich für die Unterstützung meiner fotografischen Projekte... ohne all das hätte es »Altersbilder« und mehr nicht gegeben.... - wünsche euch Licht für eure Fotomaschinen und in eure Herzen...
meiner Familie im Norden und auch meiner »neuen« Familie im Raum Groß-Gerau, Mörfelden, Australien - und meiner Gemeinde in Bayern für das Ende des Jahres und den Neubeginn vom Höchsten das Beste....
herzlich,
Ihr/euer
j. kassühlke

17. Dezember 2011

Weihnachten

Ich mag den Ausdruck, dass da »der Himmel die Erde berührt« nicht sonderlich. Jedoch bei dem, das wir in einer Woche feiern werden, trifft dies ganz zu. Es kündigte sich bereits am Firmament an. Nichts hat auf dieser Erde solche Spuren hinterlassen. Es gab und gibt kein vergleichbares Ereignis. Der allmächtige Gott sendet seinen Sohn. Und lässt ihn Mensch werden. Die Grenze zwischen Himmel und Erde wird aufgehoben für jene, die daran glauben wollen. Gott bietet Versöhnung und ist gnädig.

Wenn, angeblich in seinem Namen, auch ganz furchtbare Dinge geschehen sind; so mag ich mir diese Welt ohne Advent nicht vorstellen. Advent bedeutet »Ankunft«. Gott kommt. Auf diese Erde. Welche Gnade.

Heinrich Böll schreibt: »Wie sähe die Welt aus, hätte sich die nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über sie hinweg geschoben.«

Den Lesern meines Blogs wünsche ich einen friedlichen 4. Advent und gesegnete Weihnachten.

Ihr/euer Jörg Kassühlke

29. November 2011

Stolpern?

Mit großen Schritten nähern wir uns dem Ende des Jahres. Ist es ein Zeichen des Älterwerdens, dass man den Eindruck bekommt: die Zeit fliegt dahin? Geht es nur mir in diesem Jahr so, dass es wie in wenigen Wochen verflogen scheint? Oder ist es immer dann so, wenn viele Dinge geschehen, viele Entscheidungen getroffen, viele Wege sich geöffnet und andere sich verschlossen haben? Wie kann ich wissen oder sicher sein, dass der gewählte Weg ein guter ist? Kann ich mit Taktik, mit tiefen Überlegungen, Recherchen und Mühen sichern, dass ich auf einem verlässlichen Weg voran komme?
Wie viele Menschen suchen Rat in dieser Frage. Befragen Menschen, welche die Zukunft zu kennen meinen. Von immer mehr Menschen lese und höre ich, dass sie Rat bei Verstorbenen suchen, zu denen Mittler den Kontakt aufnehmen. Immer mehr suchen Sinn, Rat und Hilfe im immer größer werdenden Meer der Esoterik. Immer häufiger verstricken sich Menschen in einem Dickicht, der nur immer undurchsichtiger erscheint und mehr Fragen als Antworten gibt.

In diesem Jahr blicke ich zurück und sehe vor allem eines: Licht. Licht, das mir den Weg gewiesen hat. Licht, das Licht in mein Herz brachte und noch immer bringt. Licht, das auf Wegen zu finden war, um mir zu leuchten. Licht, das mich immer weiter weg führte von der Finsternis. Licht, das mir die Gewissheit gab und gibt: »Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat. Er bewahrt deine Füße vor dem Stolpern; er, dein Beschützer, schläft niemals. Ja, der Beschützer Israels schläft und schlummert nicht! Der Herr behütet dich, der Herr spendet dir Schatten und steht dir bei, damit dich am Tag die Sonne nicht sticht und in der Nacht der Mond dir nicht schadet. Der Herr wird dich behüten vor jedem Unheil, er bewahrt dein Leben. Der Herr behütet dich, wenn du gehst und wenn du kommst – jetzt und für alle Zeit.« (Psalm 121, Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen, Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft)

6. November 2011

Kontemplativ

Meine erste Begegnung mit Leica ist lange her. Wie lange wollte ich eine schwarze kompakte und lichtstarke Kamera haben, die immer dabei sein sollte. Nicht mehr nur der Lowe-Sack auf dem Rücken, sondern Beschränkung auf das Wesentliche. Möglichst eine M und ein 50mm. Das wäre es gewesen. Aber für mich damals nicht erschwinglich. Für Aufträge und mehr war ich sehr früh schon in der digitalen Fotografie gelandet; genau genommen 2002, als ich mir die Nikon D100 bestellte ohne sie überhaupt in den Händen gehalten zu haben. Eine Leica hatte ich immer im Hinterkopf, aber nie konnte ich diesen Traum umsetzen. Für meine Aufträge konnte ich deshalb nicht analog arbeiten, da es für mich zu teuer geworden wäre. Und für die Aufträge, die ich übernahm, war dieser Weg zu langsam, zu teuer und auch nicht nötig, da die meisten Bilder ohnehin im World Wide Web landeten.

So wurde es zunächst eine Minilux. Diese kleine Schönheit hatte ich mir gebraucht erstanden, und sie lag immer in der Mittelkonsole, wenn ich unterwegs war. Damals war ich in Hamburg unterwegs und sah ein interessantes Motiv direkt über einer Brücke. So zog ich die Kleine hervor und machte mein Bild aus dem fahrenden Wagen heraus. Viele Jahre begleitete mich dieses Bild und war für mich Ausdruck einer Fotografie, die ich immer suchte und noch immer suche. Noch in meinem Atelier in Gelnhausen stand das Bild lange über meinem Arbeitsplatz; vielleicht erinnert sich noch der eine oder die andere….

Eines Tages dann erbte ich eine M6. Diese schwarze Schöne hingegen veränderte mein fotografisches Sein. Sie nahm ich in die Hand und mir war, als hätte sie schon Jahrzehnte dort verbracht. Ausgestattet mit einem 50er Summicron fand ich eine Kombination, die für mich wie eine Offenbarung erschien. Niemals werde ich Astrid und Peter vergessen, was sie damals für mich getan haben. Es ist nicht nur irgendeine »Traumkamera« gewesen, sondern hat meine Sicht auf die Welt verändert. Diese Art des kontemplativen Fotografierens, wie ich es einfach nennen möchte, ist nicht nur wichtig gewesen für meine Fotografie. Tatsächlich das, was ich im Sucher sehe, letztlich auf dem Papier zu haben. Das Geräusch des Tuchschlitzverschlusses. Für einen Moment die Welt durch eine Kamera hindurch zu sehen. Die Kompaktheit und die Schönheit dieser Kamera. Das Alles hatte und hat etwas nahezu magisches für mich noch heute.

Gestern wurde ich erinnert an diese erste Zeit. Nur mit M9 und 50 mm unterwegs. Wieder jenes besondere Licht. Eine Taubenschar, die über dem Luisenplatz in Darmstadt kreist. Jener Blick nach oben. Kaum Zeit für Blende, Zeit und Schnittbild. Ausgelöst. Es geht noch immer. Jenes Gefühl des Einsseins für einen Augenblick. Einssein mit dem Motiv, der Kamera, der Brennweite. Und mir scheint, dass dies für mich nur mit jenem Instrument geht.

19. Oktober 2011

Oberleitung

Besonders in dieser Zeit, in der es mit großen Schritten auf den November zugeht, braucht der Mensch Licht. Und wie sollte es in diesem Blog nicht auch um jenes Licht gehen, in dem die stehen und sich bewegen dürfen, die Ihm nach-folgen. Ihm, dem Mann aus Nazareth. Der Weg, auch Dein Weg, der Wahrheit, auch Deine Wahrheit, der Leben, auch Dein Leben sein will. Aber was ist es denn eigentlich, das dieses Nachfolgen ausmacht und was muss ich tun, um nicht mehr in der Finsternis zu gehen? Wie finde ich diese Leitung zum Herrn des Himmels und der Erde? Was muss ich tun? Welche Prüfungen muss ich bestehen, welche Opfer muss ich bringen, was muss ich erklimmen, um da oben Anteil am Licht zu haben?
Ich muss nicht nach »da oben« kommen. Er, der Sohn Gottes, kam herab. Und ist hier. In denen, bei denen, die sich Ihm anvertrauen, mit allem, was sie haben. Noch einmal: was muss ich tun? Seinen Namen aussprechen
und glauben. Jesus. Nur dieses eine Wort, diesen einen heiligen Namen. Wir müssen keine Leiter erklimmen und auf jeder Sprosse, die wir erreichen eine weitere Prüfung bestehen, um im Licht sein zu können. Wir müssen nicht nach oben. Wir dürfen glauben. Und dann im Licht sein. Und nicht mehr in der Finsternis. Wir dürfen dann sogar selbst Licht sein. Noch immer kann ich dieses Geschenk kaum begreifen. Ist es wirklich so? Muss ich wirklich nicht mehr tun als »nur« glauben und Ihm folgen? Auch daran will ich glauben.
»Früher gehörtet ihr selbst zur Finsternis, doch jetzt gehört ihr zum Licht, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid.« (Eph. 5,8, NGÜ)

7. Oktober 2011

Suche nach dem Selbst

Künstler sind Individualisten; sie müssen es geradezu sein. Und nicht nur bei dieser besonderen Gattung Mensch bedeutet dies zunächst und vor allem die Suche nach dem eigenen Ich. Wer bin ich eigentlich? Wo komme ich her? Wo stehe ich? Wohin gehe ich? Hermann Hesse schrieb einmal, dass er 50 Jahre werden musste, um die ersten Wochen erleben zu können, in denen er nicht an Freitod dachte. Ist das die Kehrseite eben jenes Individualismus? Und lässt sich das nicht auch auf einen weiteren Nenner bringen - die Suche nach dem Sinn? Ist diese Frage nicht uns allen gegeben – und gehört es nicht bei jungen Menschen zur Findung nahezu unvermeidlich dazu? Nichts gehört – neben der Freiheit – zu meinem Leben so untrennbar dazu wie eben jene Suche nach dem Selbst. Sie war schmerzlich. Und ich musste mich selbst verlieren, um mich zu finden; und das ist für den Individualisten der schwerste Schritt. Und da wir immer mehr eine Gesellschaft von Individualisten werden und vermutlich schon fast sind, ist diese Frage nicht mehr nur eine des Künstlers, wie mir scheint. Mich selbst konnte ich nicht finden. Und ich musste mich verlieren. Wir gehen den letzten Schritt zum eigentlichen Selbst, wenn wir Gott gefunden haben. Wenn ich abnehmen muss, damit Gott zunehmen kann. Das erschreckte mich; denn wenn ein Individualist sich aufgeben soll, dann wehrt sich der ganze Mensch. Aber niemals werde ich das Glück vergessen, endlich erfüllt zu sein und anzukommen. Was beileibe nicht Stillstand bedeutet, sondern genau das Gegenteil. Es ist Bewegung, Vorangehen, Weiterkommen und Wachsen. Und es ist nicht mein Tun, auf das ich stolz sein könnte. Wir werden verwandelt und zu dem Bild, dem Ebenbild, das eigentlich gedacht war. »Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Als ich dann aber erwachsen war, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt. Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild wie in einem trüben Spiegel; dann aber schauen wir Gott von Angesicht. Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen; dann aber werden wir Gott völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt.« 1. Korinther 13, 11-12, Gute Nachricht

30. September 2011

Nachts auf meinem Lager

Was für eine gute Zeit in meinem Leben. In der ich mich wiederum getragen weiß und in der ich wieder Zuwendung erfahren darf. Und ich könnte auf der Straße Bäume umarmen. Wie sehr ist dieser Gott für mich, für uns da. Und wie sehr wünschte ich, dass noch viel mehr Menschen das erfahren und erleben dürften, dass Er gnädig und voller Liebe ist. Dass es doch oft schon reichen würde, wenn man Ihn nur bei Seinem heiligen Namen nennen würde. Und dann ist Er da und hilft. Und wir diese wunderbaren Zeilen des Psalmen zu den unseren machen können: »Nachts auf meinem Lager denke ich an dich, stundenlang sinne ich über dich nach: So viele Male hast du mir geholfen, und im Schutz deiner Flügel kann ich jubeln. Von ganzem Herzen hänge ich an dir, und deine Hand hält mich fest.« Psalm 63, 7-9, NGÜ

19. September 2011

September

Vielleicht ist es das, was ich am meisten an dem Monat liebe, in dem ich geboren wurde: das Licht des Spätsommers. Der Spätsommer macht zwar jedes Jahr wehmütig; gleichsam sind diese letzten Sommerabende mit das Schönste am ganzen Wetterjahr für mich. Wenn doch noch einmal etwas Wärme zurückkommt und man dafür dankbar wird. Wenn man durch die Straßen zieht, die Sonne schon um 19 Uhr tief steht und einem noch etwas der warme Wind um die Beine streicht. Kurz: ich liebe den Spätsommer. Und das Licht in eben diesem. Die Wolkenbühnen, die sich aufbauen und mir oft schier die Sprache verschlagen. Eine Tiefe, eine Räumlichkeit. Aber das ist ohnehin etwas, das mich besonders beeindruckt: die Ausdehnung des Raumes in der Natur, wie ich sie bezeichne und Astronomen verwirren wird. Das muss mich aber nicht stören; auch nicht, dass ich erst vor kurzem an dieser Stelle darüber schrieb. Viel Freude bei Spaziergängen, bei Besuchen auf dem Balkon oder der Terrasse... es lohnt sich.

16. September 2011

BWV 227

Trotz dem alten Drachen,

Trotz des Todes Rachen,

Trotz der Furcht darzu!

Tobe, Welt, und springe,

Ich steh hier und singe

In gar sichrer Ruh.

Gottes Macht hält mich in acht;

Erd und Abgrund muss verstummen,

Ob sie noch so brummen.

9. September 2011

Bedrohlich

Wieder ziehen bedrohliche Wolken auf; sie sind bereits da und füllen nahezu das ganze Bild. Zu gut erinnern wir uns an die Finanzkrise von vor wenigen Jahren und schauen nun unruhig auf das, was an den Finanzmärkten geschieht. Menschen sind in Sorge, teilweise panisch, nicht nur, weil ihre Ersparnisse oder Anlagen unsicher sind. Viele Menschen sorgen sich um den Zustand der Welt, auch darum, was aus uns wird. Was macht es mit Europa, wenn nicht nur Griechenland oder/und Italien straucheln? Sicher gibt es Sorgen, die berechtigt sind. Möglicherweise auch diese. Aber gerade wir Mitteleuropäer haben bis jetzt kaum wirklich Grund zur Sorge, so glaube ich. Dennoch kann Sorge machen, wie da zuweilen regiert wird. Auch darum, wer da zeitweise das Sagen hat. Und manchmal wünsche ich mir Politiker meiner Kindheit zurück. Männer und Frauen wie Heinemann, Albertz, Brandt und Hamm-Brücher. Aber ich muss auch an ein Wort des Theologen Karl Barth denken, das er in einem Telefonat am Abend vor seinem Tod mit seinem Freund Eduard Thurneysen verlauten ließ:»Ja, die Welt ist dunkel...... Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! - Es wird regiert!« Deshalb: »Nur ja die Ohren nicht hängen lassen!«

13. August 2011

Das Wort jetzt

Dieser Tage machte ich einen Gang hier in der Nähe meiner Stadt. Wie anders ist hier Vegetation, wie anders die Bodenbeschaffenheit; die Landschaft mutet gerade so an, als ich ich tausende Kilometer entfernt. Aber es sind keine 80 Kilometer nach Gelnhausen und eben dort und in der Peripherie lebte ich das vergangene Jahrzehnt. Wieder kamen in mir die vertrauten Gedanken auf: welcher Weg ist es, der für dich sein soll? Gehst Du links vorbei, denn da erscheint doch alles klar und durchlässig, der Weg ist geebnet? Sollst du dich eher rechts durch das Gebüsch schlagen, an den Bäumen vorbei, denn der klarere Weg war noch nie der rechte? Oder liegst du dann vielleicht gänzlich falsch; denn der Weg zurück wird wohl die Lösung sein? Wer mich besser kennt, der weiß genau, dass mir in solchen Momenten ein Lied in den Sinn kommt, das mir schon oft beigestanden hat und in der ersten Strophe mit »Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl...« beginnt. Aber welche Weisungen darf ich noch erwarten? Wäre es nicht am besten, wenn Gott selbst mir sagte, wohin es für mich geht? Auf meiner zweitliebsten Bibel steht vorne mit einer Blindprägung eingraviert: »Gott spricht. Heute.« Das stimmt ganz gewiss und daran glaube ich. Aber ich glaube daran, dass Er das auch für mich und für Dich ganz persönlich noch Heute tut. Wenn ich an und in Seinem geschriebenen Wort in der Bibel (Logos) bleibe und in ihm studiere, täglich, dann wird Er auch jetzt und hier mit uns, mit mir und Dir sprechen und Antworten auf die Frage geben, welchen Weg ich wählen darf. (Epheser 6,17)

21. Juli 2011

Ruhe finden

Gerade befinde ich mich ganz in der Nähe des Geburtsortes von Hermann Hesse. Es gibt eine Stelle in Hermann Hesse's »Steppenwolf«, in der ich mich damals ertappt fühlte. Er sitzt, wenn ich recht erinnere, im Treppenhaus und schaut in eine Wohnung, in der - für ihn - biedere Geselligkeit herrscht in einem - für ihn - biederen Ambiente. Er ist angewidert und gleichsam ist da eine Sehnsucht. Es ging mir nicht anders - in so vielen Situationen meines Lebens. In denen ich geradezu hochmütig herabgesehen habe auf jene, die in ihren Wohnstuben saßen und das allabendliche Idyll »Abendbrot, Fernsehen und zu-Bett gehen« lebten. Und ich nur zufrieden war in meinem Getriebensein. In meinem scheinbaren Anders-sein-wollen. Gerade habe ich ein paar Tage jene »Heile-Welt-Gefühle« im Nordschwarzwald. Und vielleicht noch vor zehn Jahren hätte ich das nicht gekonnt. Und nun genieße ich es. Fühle mich wohl, kann mich ent-spannen, kann einfach nur mit einem Buch in der »Stube« sitzen. Werde ich alt? Vielleicht. Vielleicht aber ist auch einfach nur Frieden geschlossen worden in mir. Und ich muss mich nicht aufschwingen, sondern kann einfach bestehen lassen. Vielleicht ist aber auch einfach nur Friede eingekehrt, weil in mir etwas verändert und verwandelt worden ist? Vielleicht. Jesus sagt in Johnannes 14,27: »Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann.«

30. Juni 2011

Ausdehnung des Raumes

Zu selten sitze ich auf dem Beifahrersitz. Aber kaum dass es einmal so ist, dann habe ich schon die Kamera auf den Knien. Und drücke mir die Nase an der Scheibe platt; denn ich liebe es, wenn einmal die Welt so an mir vorbei fliegt. Und wie oft habe ich Bilder aus dem fahrenden Wagen gemacht. Früher gab es noch Kompaktkameras, als ich solche noch mochte, mit Sucher. Und davon lag lange eine kleine schlanke schwarze Schöne immer in der Konsole meines Wagens. Meist schon im Anschlag, sodass ich sie nur hochziehen musste und abdrücken. Meist auch ohne Blick durch den Sucher. Schon als Kind liebte ich es, wenn die Welt wie im Fluge an mir vorüberzog. Und man nur einen kurzen Moment hatte, um die räumliche Ausdehnung zu sehen - und schon war der Blick wieder verdeckt durch eine Baumgruppe, einem Waldstück oder einem Gebäude. Und dann wieder alles frei, den Kopf ganz gerade und parallel zur Scheibe und die Weite auf sich wirken lassen. Die Ausdehnung des Raumes. Und auch hier war ich auf dem Beifahrersitz unterwegs. Plötzlich schien der weißblaue Himmel viel plastischer denn je zu sein. Schnell riss ich die M hoch und machte das Bild. Wie gerne würde ich solche Momente einfrieren und festhalten, dachte ich als Kind. Heute kann ich das.. und denke, dass dies die eigentlich Stärke der Fotografie ist, die sie noch hält gegenüber allen anderen Medien, die über uns hinweg rollen. Dieser eine Moment, der nie wiederkehrt.

23. Juni 2011

Klarsicht

Muss es erst richtig knallen, muss das Unwetter jede Sicht vernebeln, muss es schütten und blitzen, bis man wieder klare Sicht bekommt? Vielleicht muss es zuweilen so sein. An diesem verrückten Tag ist erst am späten Abend wieder klare Sicht. Und auch der Volksmund spricht davon, dass ein Gewitter die Luft reinigt. Manchmal könnte ich darauf verzichten. Auf diese Täler und Tunnel, durch die man fahren muss, um wieder im Licht stehen zu dürfen. Wie oft erkenne ich erst im Nachhinein, dass die wirklich guten Dinge im Leben durch Schmerzen geboren werden. Und durch die Täler ich erst wirklich dankbar werde für jene Momente, in denen die Luft wieder rein und klar wird. »Doch nicht nur darüber freuen wir uns; wir freuen uns auch über die Nöte, die wir jetzt durchmachen. Denn wir wissen, dass Not uns lehrt durchzuhalten, und wer gelernt hat durchzuhalten, ist bewährt, und bewährt zu sein festigt die Hoffnung.« (Römer 5, 3-4)

15. Juni 2011

Lehre uns bedenken...

»Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. « (Psalm 90,12)
Macht es eigentlich Sinn, darüber nachzudenken, dass ich eines Tages sterben muss? Oder denke ich: okay, klar sterbe ich eines Tages. Aber darüber nachdenken? Kann ich es ändern? Ändere ich etwas dadurch, dass ich es »bedenke«? Und: macht es mich etwa klüger, wenn ich es bedenke? Was soll es also ändern? Als ich ein junger Mann war dachte ich mehr über das Sterben, vielmehr: über den Tod nach als jetzt, da ich ihm, dem Tod, doch deutlich näher stehe. Vielleicht denke ich jetzt häufiger über Gebrechlichkeit nach. Darüber, dass mein Vater einmal darüber predigte, dass das Haus, welches meinen Körper darstellt, ganz langsam abgebaut wird. Dass - meine Gedanken - die Scheiben allmählich einfallen, der Dachstuhl zu wünschen übrig lässt. Und zwar Reparaturarbeiten wieder das Haus etwas sanieren, aber doch nicht darüber hinwegtäuschen können, dass das Haus eines Tages einfallen wird. Und es auch Zeitgenossen gibt, die das nicht wahrhaben wollen. Und - auch ein Gedanke aus der Predigt meines Vaters von vor Jahrzehnten - es wie beim Jahrmarkt, beim Rummel oder bei der Kerb so ist: es blinkt, es blitzt, es ist hell erleuchtet und zieht die Blicke an. Aber es ist Fassade. Dahinter, hinter der Fassade wird das Gebäude schon abgebaut. Nein, ich will hier niemandem Furcht einflössen. Und ich fürchte mich auch nicht. Vielleicht vor Siechtum, das ich aber ohnehin nicht verhindern kann. Aber vor dem Tod fürchte ich mich nicht. Gott sei Dank dafür. »Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel«, heißt es in 2. Korinther, 5,1. Aber was kann ich oder muss ich tun? Was tat der Verbrecher, der neben Christus am Kreuz hing? Und dem Jesus versprach, dass er »heute noch mit ihm im Paradies« sein würde? Er glaubte.

11. Juni 2011

Geist der Wahrheit

O komm,
du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
daß jeglicher getreuer
den Herrn bekennen kann.
Philipp Spitta, 1833
Allen Lesern des Blogs,
Freunden, Verwandten,
Bekannten wünsche ich
gesegnete Pfingsten..

7. Juni 2011

Wie die Kinder

Für mich sind Kinder das Wunderbarste, was es gibt. Möchte mir eine Welt ohne Kinder nicht vorstellen. Und wir können von ihnen lernen. Im Rahmen meines Projektes »Altersbilder« erfuhr ich, was wir von älteren oder alten Menschen lernen können. Werde nicht vergessen, wie ich die Tochter einer Frau über 100 fotografieren wollte und dabei gleich neben der Mutter in die Knie ging, um eine gute Perspektive zu bekommen. Diese alte Frau strahlte eine unglaubliche Ruhe aus, die nahezu greifbar war. Sie schien unbeeindruckt. Unbeeindruckt auch von den Stürmen dieser Welt, von denen sie vermutlich noch ganz andere gesehen hatte als ich. Aber was können wir von Kindern lernen? Vielleicht die Unbekümmertheit? Vielleicht die Freude? Vielleicht das Vertrauen, den kindlichen Glauben? Wir können von Kindern vieles lernen, daran glaube ich. Und ich glaube an den Mann aus Nazareth, der vor mehr als 2000 Jahren sagte: »Ich versichere euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen.« (Matthäus 18,3, NGÜ)

23. Mai 2011

Vor dem Essen

Beten? Vor dem Essen? Ist das nicht von Vorgestern? Und warum sollte ich für etwas danken, für das ich selbst gesorgt habe? Einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands und Chefredakteur von ”Die Zeit", Giovanni di Lorenzo, bezeichnet das Beten vor dem Essen »als schönsten Moment des Tages«. Warum? Vielleicht weil uns die Dankbarkeit für wesentliche Dinge des Lebens verloren geht? Viele Fragen. Fragen, die ich für andere Menschen, auch für den von mir sehr geschätzten Chefredakteur nicht beantworten mag. Aber für mich schon. Beileibe bete ich nicht immer vor jedem Essen, das ich zu mir nehme. Zumindest nicht hörbar. Und manchmal bin ich traurig darüber, dass ich etwas wie selbstverständlich hinnehme, das nicht selbstverständlich ist. Denn sicher kann ich selbst nichts dafür, dass ich Essen auf dem Tisch stehen, ein Dach über dem Kopf habe und auf meiner Fahrt nach Hause bewahrt worden bin. Ich bin dankbar, dass es so ist. Und ich nehme es gerne aus der Hand dessen, der Himmel und Erde gemacht hat. Denn auch Jesus, der Sohn Gottes, betete vor dem Brechen des Brotes. Danke Herr, dass ich jeden Tag von Dir versorgt werde..

14. Mai 2011

Im Flug

Der Frühling ist schon bald verflogen. In kaum mehr als einem Monat haben wir Sommeranfang. Und auch wenn der Pollenflug dem einen oder anderen zugesetzt haben mag, so ist die für mich schönste Zeit des Jahres beinahe vorbei. Wenn die Natur zu explodieren scheint, wenn das Grau des Winters dem Grün und und Blau des Frühlings weichen darf. Auf der Straße unterwegs, auf dem Beifahrersitz schnell die M aus der Tasche gezogen und durch die Scheibe ein Eindruck von dem, was ich meine und liebe. In der alten Heimat unterwegs. Und auch wenn mir immer prophezeit worden ist, dass ich eines Tages sentimentale Gefühle bekommen würde, wenn ich die Landschaften meiner Kindheit durchziehen würde, so geht es mir nur bedingt so. Im ”Norden“ meiner Kindheit war mir oft zu viel kultiviertes Land, zu wenig Wiese und Koppel. Das war es oft, was ich an dem Bundesland liebte, dem ich schon so lang die Treue halte: Hessen. Hügel, grüne Wiese oder Koppel, darüber scharf angeschnitten blauer Himmel und schneeweiße Wolken. Ich liebe es. Entstanden mit Leica M9 und 2/35 asph.

4. Mai 2011

Lichtvoll

Selbst im April kann man sich jetzt wieder an einem Licht erfreuen, das wir beinahe einen ganzen Winter lang schmerzlich vermisst haben. Das Licht ist die größte aller Künstlerinnen. Man muss ihr nur folgen, auf sie warten; sie taucht die unscheinbarsten Orte in ein Meer von Farbe, Schatten und .... Licht. Wie liebe ich diese Momente, in denen man inne hält und nur noch staunt, wie sie scheinbare Banalitäten zu Bühnen verwandelt. Und gerade dann muss das Werkzeug, mit dem man mit Licht schreibt, behutsam sein. Und ich wünschte manchmal, dass die Kamera noch langsamer auslösen würde. Da mag ich besonders das Geräusch einer M6. Wie der Tuchschlitzverschluss zu hören ist. Und mir das Gefühl gibt, als würde sich ein Vorhang für Millisekunden öffnen und wieder schließen. Und das Schauspiel ist vorüber. Und ich darf weiterziehen. Es ist vorbei. Und ich bin wieder auf der Suche nach einer neuen Bühne. Eine Bühne, die mir das Licht erschließt.

26. April 2011

Analogien

Lässt sich das vergleichen: Schreiben und Fotografieren? Sicher bin ich nicht der erste, der darüber nachsinnt - vermutlich auch nicht der letzte. Und auch über die »Art« des Schreibens? Ist die Sprache besser geworden durch die neuen Hilfsmittel? Und schon Hermann Hesse wurde zu seiner Zeit äußerst kritisch beäugt, als er damit begann, auch mit einer Maschine zu schreiben. Wie ist das? Schreiben an einem Laptop oder an einem Desktop-Rechner. Darüber habe ich viel nachgedacht. Und schreibe inzwischen wieder auf Papier. Mit einem Bleistift oder Kugelschreiber. Und stelle fest, dass ich deutlich klarer formuliere und entschieden weniger Fehler mache als an meinem MacBook. Wenngleich ich sicher nicht auf das »Book« verzichten möchten, auf dessen Tastatur gerade diese Zeilen entstehen. Ein Menüpunkt meiner Internet-Präsenz lautet »lichtschreiber«. Da Photographie übersetzt einmal hieß: mit Licht schreiben oder zeichnen. Ist davon noch etwas übrig geblieben? Und hat sich die Fotografie verbessert, seit sie digital geworden ist? So viele Fragen. Und ich könnte mit dem Brecht-Zitat schließen, dass »... der Vorhang zu und alle Fragen offen...« Habe auch schon hier im Blog viel darüber nachgedacht und geschrieben, ob die nun wahrlich nicht mehr ganz neue Fotografie besser oder schlechter ist. Beides scheint mir unersetzlich. Und ich weiß inzwischen, dass mit der Rangefinder-Kamera, die ich bevorzuge, sehr wohl hervorragend mit Licht zu schreiben ist. Zumal die Entschleunigung - was für ein Wort - bei dieser Art der Fotografie einfach wohltuend wirkt. Das, was ich sehe und auf dem Bild haben möchte, tritt wieder in den Vordergrund. Und wenn dies auch beim Schreiben geschieht, so ist mir nahezu jedes Mittel recht. Und ich kann nicht anders als an den Beginn des Johannes-Evangeliums zu denken: »Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.«

16. April 2011

Leica M9 und 50mm Summilux asph.

Sicher ist mir bekannt, dass die besten Brennweiten für Portraitfotografie 75, 80, 90 oder gar 105 sind. Wenngleich gerade Cartier-Bresson sich den längeren Brennweiten verweigerte und sie gar mit dem Hörrohr für den Großvater verglich. Er bevorzugte wie ich die Normalbrennweite für das Portrait. Sicher auch, weil er eben mit dem »Hörrohr« nicht die Menschen verschrecken wollte, die er zu portraitieren hatte. Auch schien HCB wenig von Schärfe zu halten; denn mehr als nur einige seiner Portraits waren mit Bewegungsunschärfen versehen. Schärfe ist unwesentlich, so ein anderer großer Fotograf, der auch das 50er für seine Menschenbilder einsetzte, Paolo Roversi, dessen Sujets aber eher in der Modewelt zu finden waren. Wie auch immer. Auch ich bevorzuge das 50er für Portrait und liebe ganz besonders das Summilux 50mm asph., über das ich schon einmal an anderer Stelle hier im Blog berichtete. Und noch immer überzeugt mich die Kombination Leica M9 und besagtes Summilux 50mm asphärisch in jeder Hinsicht, wenn ich es für Portraits einsetze. Ich liebe es, wie diese zwei Komponenten miteinander harmonieren. Liebe es, wie der Vollformatsensor der Leica M9 auf die wunderbare Räumlichkeit und die offene Blende des Summilux reagiert. Zudem wirkt - wie oben beschrieben - diese Kombination zu keinem Zeitpunkt monströs auf den Menschen, der abgebildet wird, eher dezent, eher unauffällig. Passend zum ganzen M-System, das eben dezent und unauffällig wirkt. Und man zuweilen auf der Straße beinahe belächelt wird, mit welch kleiner oder old-stylish Kamera man unterwegs ist. (Foto: © jörg kassühlke)

12. April 2011

Hingeben

Wie gut es ist, dass wir das "Alte" hergeben dürfen, sogar besser noch: hingeben. Ablegen. Und neu beginnen. Das Alte einfach stehen lassen, es sich selbst überlassen. Umdrehen und weitergehen. Wie dankbar ich dafür bin. So lasse ich einfach stehen, kehre um und gehe in Richtung Licht. Dahin wo gerade das Licht durch die Wolken dringt und Strahlen bis zum Boden reichen. Und lasse den maroden Bau hinter mir. Er gehört nicht mehr zu mir. Ich darf abgeben und mache genau das voller Erleichterung. Sünde, Buße, Abgeben. Begriffe, die wie aus einer anderen Welt zu sein scheinen. So ist es. Aber wir können, ich kann sie hier in Anspruch nehmen. Kann abladen, bei Ihm und darf es wissen, dass es weggenommen ist. Wie eine Schuld auf der Bank, die jemand für mich bezahlt. Und ich es schlicht kaum glauben kann. Immer wieder den Auszug der Bank nehme, ihn ansehe und stelle fest: der Kontostand ist auf Null. Das kann doch nicht sein. Es ist alles bezahlt. Danke dafür. Aber - wer hat das getan? »Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.« (Jer. 31,34)

7. April 2011

Die Nase an der Fensterscheibe

Manchmal würde man lieber - wie als Kind - draußen spielen. Und irgendwie erinnere ich Momente, in denen ich die Nase an der Fensterscheibe platt drückte, andere Kinder draußen spielen sah und selbst noch nicht so weit war. Aber zuweilen darf man auch drinnen bleiben, weil das, was einen am Stuhl hält, gut und erfüllend ist. Weil es spannend ist und Freude macht. Vielleicht sogar, weil es das ist, was man machen soll... Heute nun war so ein Vormittag. Traumwetter vor der Tür und Arbeit auf dem Tisch. Und sicher hätte die Arbeit auch verschoben werden können. Wie oft habe ich meine Hausaufgaben früher in die Abendstunden verschoben. In denen dann alles da war, nur keine Konzentration mehr. Jetzt aber ist die Arbeit vorerst getan. Und ich schnappe mir die Tasche mit der M, die Jacke über den Arm und nur noch raus.. Und da ich jetzt hier nicht mehr sitzen mag und auch der Beitrag für das Blog steht, speichere ich ab und verschwinde; nicht ohne allen Lesern einen sonnigen Tag zu wünschen!

18. März 2011

Kinder des Lichts

Kehrt nun endlich das Licht wieder zurück? Zumindest jenes ganz besondere Licht, das in einer bestimmten Stunde am Tage und nur für kurze Zeit Gesichter ganz anders erscheinen lässt. War es Jim Rakete, der davon einmal in einem Film sprach - und ich sofort dachte: das kenne ich? Langsam rosteten die Scharniere ein, die sonst dafür da waren, die Fototasche zu nehmen und damit um die Häuser zu ziehen. Aber es ist noch nicht ganz soweit. Noch ist mehr Finsternis und weniger Licht. Aber die ersten Scheiben und Fenster sind geputzt; und wenn der Grund dafür auch nur wenige Tage oder gar Stunden waren, in denen man die Kraft der Sonnenstrahlen wieder auf der Haut spüren durfte. Lebensgeister sind innerhalb von Minuten zum Leben erwacht, die man schon tot wähnte. Überall sind die Sprösslinge zu sehen; wirklich wahr werden wir sie nehmen, wenn uns nichts mehr drinnen hält. Wie ich mich auf diesen Augenblick freue. Kann ihn kaum noch erwarten… Und ich muss zum Schluss an das Jesus-Wort aus Johannes 12,36 denken: »Glaubt an das Licht, solange ihr das Licht habt, damit ihr zu Menschen des Lichts werdet« (NGÜ) (Foto: © jörg kassühlke)

24. Februar 2011

Ankommen

»Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern..« (1. Korinther 13,12/NGUE) Ankommen, neu beginnen ist etwas, das mir geradezu vertraut ist. Und es will mir scheinen als würde mein ganzes Leben genau das ausmachen. Dazu gehört auch Umkehren. Wie negativ wirkt das besetzt - noch viel mehr »bekehren« und man wagt kaum es auszusprechen. Obwohl ich denke, dass es - neben dem Glauben - zum Wesentlichen gehört. Wir hören oder lesen auch von denen, die sogenannte »große Glaubende« sind oder waren, dass sie in ihrem Leben drei oder vier Male bekehrt worden seien. Aber es gibt Zeiten, in denen ich vielleicht sogar mehrmals am Tag umkehre. Umkehre, um zurück zu kehren zu Ihm. Nichts beschäftigt mich so sehr wie die Nähe zu Gott. Geht das überhaupt? Kann ich wirkliche Nähe zum Schöpfer dieser Welt haben? Wirkt das nicht hie und da sogar geradezu anmaßend? Kann ich bei Gott überhaupt ankommen, um beim Bild zu bleiben? Oder wirkt das nicht alles wie ein Irrtum? Vor Jahren war das Motto von ProChrist »Zweifeln und Staunen«. Und das passt wirklich. Wenn man es wirklich wagt, es ernsthaft wagt, sich an Ihn heranzutrauen, bei Ihm anzukommen, dann folgt Staunen; denn »Gott ist uns näher als wir uns selbst sind«, sagt Augustinus.

15. Februar 2011

Abgesang

Wieder ein Abschied. In seiner ganzen Vielfalt. Von einer Gemeinde, die mir ans Herz gewachsen ist. Von vielen Menschen, die ich lieb gewonnen habe. Auch von einer Stadt, in der ich zwar nicht nur glorreiche Dinge erleben durfte (wo darf man das schon?), die mir aber trotz alledem fehlen wird. Und auch wenn ich bei dieser Bilderserie »nicht ganz bei mir« war, so gibt sie zumindest mir selbst einen Eindruck, den ich noch immer kenne und schätze. Nun stelle ich nur eines jener Bilder hier vor, aus denen eigentlich ein Kalender werden sollte. Gelnhausen einmal nicht nur aus gemalter oder Postkartenansicht. Angekommen bin ich damit nicht; vermutlich weil ich (wie schon erwähnt) »nicht ganz bei mir« war. Nun, daran will ich noch arbeiten. Ob es mir je gelingen wird? Aber eines möchte ich nicht versäumen: mich bei allen zu bedanken, die meine Zeit hier besser, tiefer und schöner haben werden lassen. Bedanken möchte ich mich bei Vertrauten, Freunden, Geschwistern. Bei all denen, die in einer schwierigen Zeit zu mir gestanden haben. Leb wohl, Gelnhausen..

7. Februar 2011

Nur Altlasten?

Neu, neu - nur neu ist gut. Auch nichts neues, ich weiß...; dennoch wurmt mich diese Einstellung. Arbeite schon seit geraumer Zeit nicht mehr analog. Weil es »alt« ist oder war? Sicher nicht. Vielmehr war es eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Analog ist inzwischen nicht nur zeitaufwändiger, sondern schlicht teurer. Auch nichts neues. War oder ist analog deshalb schlechter? Oder - wie es uns Jahre eingeredet worden ist - gar besser? Es ist: anders. Und zuweilen schätze ich noch immer diesen alten Stil, der damit verbunden ist. Bei Black&White ohnehin; denn Korn und "Schmutz" von analogem Film ist für mich noch immer nicht zu ersetzen. Es wird wohl auch immer noch in vielen Spielfilmen analog gefilmt - und das ist auch hie und da noch spürbar. Erinnere mich daran, in der Leica-Galerie Bilder von Harry Gruyaert gesehen zu haben. Diese Farbigkeit seiner Cibachrome-Abzüge ist für mich einmalig und wird es in dieser Anmutung vermutlich auch nie mehr geben. Es wird anderes kommen und es gibt auch schon wunderbar »Anderes«. Zig hochwertige Bilder (Dateien) zu produzieren, sie nicht "zahlen" zu müssen, sondern eben erst einmal nur begutachten zu können. Sie dann bequem am Schreibtisch und an einem kalibrierten Monitor betrachten zu können. Späterhin sie dann an großformatigen Druckern auf bestem Papier ausdrucken zu können. Insgesamt schon sehr komfortabel - und in den Ergebnissen phantastisch. Nicht gerade schlecht, obwohl »neu«... Gleichsam gibt es Dinge, die man/wir bewahren sollten. Der Diafilm ist etwas, was ich für geradezu genial halte und extrem ausgereift war und ist. Wenn nur die Weiterverarbeitung eines gelungenen Dias ausgereifter wäre. Und man nicht einen 100TEuro-Scanner bemühen müsste, um einen adäquaten Druck zu bekommen. Old-style ist gefragt. Mehr denn je, wie mir scheinen will. Warum? Weil »alt« schlecht war oder ist? Weil das Ergebnis zählt. Weil man eine Anmutung - wie ich es nenne - sucht, die einem inneren Zustand oder Gefühl entsprechen soll. Mein Eindruck soll zum Ausdruck kommen. Und dafür gibt es inzwischen weit mehr Mittel als zu früheren Zeiten. Es ist nur eine Frage der Wahl und Mittel. via iPhone

28. Januar 2011

Eine Frage der Perspektive

....oder »nichts ist so wie es scheint« - von wem stammt eigentlich dieses Wort? Wie oft scheinen Dinge so klar und ich lasse mich täuschen. Es ist eine Kugel, ganz klar. Und ich kann nicht näher heran. Und alles wäre doch klar, wenn ich mich nur bewegen würde, nur einen Schritt weiter. Aber oft komme ich auch einfach nicht näher heran oder mir ist die Perspektive, die alles klären würde, nicht gegeben oder möglich. Aber jene, die das alles schon einmal gesehen haben, welche die vermeintliche Kugel schon kennen oder sie gar in den Händen hielten kann das nicht täuschen. Sie brauchen kaum mehr als eine Sekunde, um wissen, dass es nur eine Kugel zu sein scheint; denn es ist.... ? Und da fällt mir eine meiner Lieblingsstellen überhaupt ein: »Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.« (1. Korinther 13,12)

10. Januar 2011

Heranwagen

Der Theologe, den mein Vater sehr schätzte, sprach einmal davon, dass man an einem halben Herzen stirbt. Und dass man Gott nur erleben kann, wenn man sich ganz an ihn heranwagt. Während ich die zwei Bilder auf den Server lade, schaue ich, ob ich das Zitat noch finden kann. Aber ich habe es in meinem Zitatebuch daheim - und werde es nachreichen. Ganz an Ihn heranwagen. Habe Mühe mit diesem Gedanken; denn ich hätte mich an den Allmächtigen ohne Christus wohl nie herangewagt. Christus war meine Brücke. Er hat vermittelt und wird deshalb auch oft als der Mittler bezeichnet; auch Paulus nennt ihn so. Aber ich kann mich ganz heranwagen, und es ist der Wunsch für dieses Jahr. Mich noch mehr in seine Arme zu werfen ist eines meiner vornehmsten Ziele in diesem Jahr. Vielleicht ist es für diesen oder jenen seltsam, dass man solche Worte hier immer wieder findet. Aber es sind die zwei Dinge, die mich am meisten interessieren und beschäftigen: das Wort Gottes und die Photographie. Und ich hoffe, dass es einige nicht nur seltsam, sondern merkwürdig finden...