24. Februar 2011

Ankommen

»Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern..« (1. Korinther 13,12/NGUE) Ankommen, neu beginnen ist etwas, das mir geradezu vertraut ist. Und es will mir scheinen als würde mein ganzes Leben genau das ausmachen. Dazu gehört auch Umkehren. Wie negativ wirkt das besetzt - noch viel mehr »bekehren« und man wagt kaum es auszusprechen. Obwohl ich denke, dass es - neben dem Glauben - zum Wesentlichen gehört. Wir hören oder lesen auch von denen, die sogenannte »große Glaubende« sind oder waren, dass sie in ihrem Leben drei oder vier Male bekehrt worden seien. Aber es gibt Zeiten, in denen ich vielleicht sogar mehrmals am Tag umkehre. Umkehre, um zurück zu kehren zu Ihm. Nichts beschäftigt mich so sehr wie die Nähe zu Gott. Geht das überhaupt? Kann ich wirkliche Nähe zum Schöpfer dieser Welt haben? Wirkt das nicht hie und da sogar geradezu anmaßend? Kann ich bei Gott überhaupt ankommen, um beim Bild zu bleiben? Oder wirkt das nicht alles wie ein Irrtum? Vor Jahren war das Motto von ProChrist »Zweifeln und Staunen«. Und das passt wirklich. Wenn man es wirklich wagt, es ernsthaft wagt, sich an Ihn heranzutrauen, bei Ihm anzukommen, dann folgt Staunen; denn »Gott ist uns näher als wir uns selbst sind«, sagt Augustinus.

15. Februar 2011

Abgesang

Wieder ein Abschied. In seiner ganzen Vielfalt. Von einer Gemeinde, die mir ans Herz gewachsen ist. Von vielen Menschen, die ich lieb gewonnen habe. Auch von einer Stadt, in der ich zwar nicht nur glorreiche Dinge erleben durfte (wo darf man das schon?), die mir aber trotz alledem fehlen wird. Und auch wenn ich bei dieser Bilderserie »nicht ganz bei mir« war, so gibt sie zumindest mir selbst einen Eindruck, den ich noch immer kenne und schätze. Nun stelle ich nur eines jener Bilder hier vor, aus denen eigentlich ein Kalender werden sollte. Gelnhausen einmal nicht nur aus gemalter oder Postkartenansicht. Angekommen bin ich damit nicht; vermutlich weil ich (wie schon erwähnt) »nicht ganz bei mir« war. Nun, daran will ich noch arbeiten. Ob es mir je gelingen wird? Aber eines möchte ich nicht versäumen: mich bei allen zu bedanken, die meine Zeit hier besser, tiefer und schöner haben werden lassen. Bedanken möchte ich mich bei Vertrauten, Freunden, Geschwistern. Bei all denen, die in einer schwierigen Zeit zu mir gestanden haben. Leb wohl, Gelnhausen..

7. Februar 2011

Nur Altlasten?

Neu, neu - nur neu ist gut. Auch nichts neues, ich weiß...; dennoch wurmt mich diese Einstellung. Arbeite schon seit geraumer Zeit nicht mehr analog. Weil es »alt« ist oder war? Sicher nicht. Vielmehr war es eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Analog ist inzwischen nicht nur zeitaufwändiger, sondern schlicht teurer. Auch nichts neues. War oder ist analog deshalb schlechter? Oder - wie es uns Jahre eingeredet worden ist - gar besser? Es ist: anders. Und zuweilen schätze ich noch immer diesen alten Stil, der damit verbunden ist. Bei Black&White ohnehin; denn Korn und "Schmutz" von analogem Film ist für mich noch immer nicht zu ersetzen. Es wird wohl auch immer noch in vielen Spielfilmen analog gefilmt - und das ist auch hie und da noch spürbar. Erinnere mich daran, in der Leica-Galerie Bilder von Harry Gruyaert gesehen zu haben. Diese Farbigkeit seiner Cibachrome-Abzüge ist für mich einmalig und wird es in dieser Anmutung vermutlich auch nie mehr geben. Es wird anderes kommen und es gibt auch schon wunderbar »Anderes«. Zig hochwertige Bilder (Dateien) zu produzieren, sie nicht "zahlen" zu müssen, sondern eben erst einmal nur begutachten zu können. Sie dann bequem am Schreibtisch und an einem kalibrierten Monitor betrachten zu können. Späterhin sie dann an großformatigen Druckern auf bestem Papier ausdrucken zu können. Insgesamt schon sehr komfortabel - und in den Ergebnissen phantastisch. Nicht gerade schlecht, obwohl »neu«... Gleichsam gibt es Dinge, die man/wir bewahren sollten. Der Diafilm ist etwas, was ich für geradezu genial halte und extrem ausgereift war und ist. Wenn nur die Weiterverarbeitung eines gelungenen Dias ausgereifter wäre. Und man nicht einen 100TEuro-Scanner bemühen müsste, um einen adäquaten Druck zu bekommen. Old-style ist gefragt. Mehr denn je, wie mir scheinen will. Warum? Weil »alt« schlecht war oder ist? Weil das Ergebnis zählt. Weil man eine Anmutung - wie ich es nenne - sucht, die einem inneren Zustand oder Gefühl entsprechen soll. Mein Eindruck soll zum Ausdruck kommen. Und dafür gibt es inzwischen weit mehr Mittel als zu früheren Zeiten. Es ist nur eine Frage der Wahl und Mittel. via iPhone