30. September 2011

Nachts auf meinem Lager

Was für eine gute Zeit in meinem Leben. In der ich mich wiederum getragen weiß und in der ich wieder Zuwendung erfahren darf. Und ich könnte auf der Straße Bäume umarmen. Wie sehr ist dieser Gott für mich, für uns da. Und wie sehr wünschte ich, dass noch viel mehr Menschen das erfahren und erleben dürften, dass Er gnädig und voller Liebe ist. Dass es doch oft schon reichen würde, wenn man Ihn nur bei Seinem heiligen Namen nennen würde. Und dann ist Er da und hilft. Und wir diese wunderbaren Zeilen des Psalmen zu den unseren machen können: »Nachts auf meinem Lager denke ich an dich, stundenlang sinne ich über dich nach: So viele Male hast du mir geholfen, und im Schutz deiner Flügel kann ich jubeln. Von ganzem Herzen hänge ich an dir, und deine Hand hält mich fest.« Psalm 63, 7-9, NGÜ

19. September 2011

September

Vielleicht ist es das, was ich am meisten an dem Monat liebe, in dem ich geboren wurde: das Licht des Spätsommers. Der Spätsommer macht zwar jedes Jahr wehmütig; gleichsam sind diese letzten Sommerabende mit das Schönste am ganzen Wetterjahr für mich. Wenn doch noch einmal etwas Wärme zurückkommt und man dafür dankbar wird. Wenn man durch die Straßen zieht, die Sonne schon um 19 Uhr tief steht und einem noch etwas der warme Wind um die Beine streicht. Kurz: ich liebe den Spätsommer. Und das Licht in eben diesem. Die Wolkenbühnen, die sich aufbauen und mir oft schier die Sprache verschlagen. Eine Tiefe, eine Räumlichkeit. Aber das ist ohnehin etwas, das mich besonders beeindruckt: die Ausdehnung des Raumes in der Natur, wie ich sie bezeichne und Astronomen verwirren wird. Das muss mich aber nicht stören; auch nicht, dass ich erst vor kurzem an dieser Stelle darüber schrieb. Viel Freude bei Spaziergängen, bei Besuchen auf dem Balkon oder der Terrasse... es lohnt sich.

16. September 2011

BWV 227

Trotz dem alten Drachen,

Trotz des Todes Rachen,

Trotz der Furcht darzu!

Tobe, Welt, und springe,

Ich steh hier und singe

In gar sichrer Ruh.

Gottes Macht hält mich in acht;

Erd und Abgrund muss verstummen,

Ob sie noch so brummen.

9. September 2011

Bedrohlich

Wieder ziehen bedrohliche Wolken auf; sie sind bereits da und füllen nahezu das ganze Bild. Zu gut erinnern wir uns an die Finanzkrise von vor wenigen Jahren und schauen nun unruhig auf das, was an den Finanzmärkten geschieht. Menschen sind in Sorge, teilweise panisch, nicht nur, weil ihre Ersparnisse oder Anlagen unsicher sind. Viele Menschen sorgen sich um den Zustand der Welt, auch darum, was aus uns wird. Was macht es mit Europa, wenn nicht nur Griechenland oder/und Italien straucheln? Sicher gibt es Sorgen, die berechtigt sind. Möglicherweise auch diese. Aber gerade wir Mitteleuropäer haben bis jetzt kaum wirklich Grund zur Sorge, so glaube ich. Dennoch kann Sorge machen, wie da zuweilen regiert wird. Auch darum, wer da zeitweise das Sagen hat. Und manchmal wünsche ich mir Politiker meiner Kindheit zurück. Männer und Frauen wie Heinemann, Albertz, Brandt und Hamm-Brücher. Aber ich muss auch an ein Wort des Theologen Karl Barth denken, das er in einem Telefonat am Abend vor seinem Tod mit seinem Freund Eduard Thurneysen verlauten ließ:»Ja, die Welt ist dunkel...... Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! - Es wird regiert!« Deshalb: »Nur ja die Ohren nicht hängen lassen!«