2. Juli 2012

Auf der Suche nach Gott

Wenn ich auf der Suche nach Gott bin, wie sollte ich mich ihm nähern? Auf Knien? Sollte ich die Position einnehmen, die oft geistlichen Würdenträgern und auch Königen gegenüber eingenommen werden musste: flach auf dem Boden liegend, mit dem Gesicht zum Erdboden? 
Und bevor ich diese Position einnehmen darf - und tatsächlich in seiner Gegenwart mich aufhalten darf - wie habe ich mich darauf vorzubereiten? Welche Reinigungen habe ich vorzunehmen, auch innerliche Reinigungen? Ist eine wirksame Reinigung überhaupt möglich? Wenn ich das alles getan habe, bin ich dann würdig, ihm, dem Herrn der Welten, gegenüber zu treten?
Wird da nicht klar, dass ich tun kann, was ich will - es wird nicht reichen? Ist nicht jeglicher Versuch schon kläglich gescheitert, bevor ich meinen Gedanken abgeschlossen habe? 
Was aber - wenn es ganz anders ist? Wenn dieser Gott nur auf Dich wartet? Was ist, wenn dieser Gott liebe-voll auf Dich wartet? Wenn er es kaum erwarten kann, dass Du zu ihm kommst. Wenn es nur warmes Licht ist, das durch den Türspalt dringt - aus dem Raum heraus, in dem er, der liebende Herr, auf Dich wartet? Schon Dein Leben lang auf Dich wartet? 
Was ist, wenn es keine Rolle spielt, wie Du aussiehst? Wer Du bist, was Du angestellt hast? Wenn es keine Rolle spielt, welchen Namen Du trägst? Was ist, wenn in diesem Raum nur ausgebreitete Arme zu finden sind, die auf Dich warten? Wenn Du nichts erklären musst? Sondern einfach nur in diese Arme sinken darfst? Und glauben darfst, dass Du so geliebt bist - wie Du es nie gekannt hast? Niemals ahnen konntest, dass es eine solche Liebe überhaupt gibt? Eine solche Liebe, die Dich ohne Bedingungen annimmt? Wenn es reicht, dass Du seinen heiligen Namen nennst und glaubst? Um nicht verloren zu gehen, nicht mehr umherirren zu müssen? 

Was ist, wenn das die Wahrheit ist? Was ist, wenn Du das erleben darfst? Und Deine Suche endlich ein Ende hat? Was ist dann? 
Jesus sagt in Johannes 6,37 »Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.«