30. September 2012

Bin ich nur eine/r von vielen? Soll ich schreiben: nein? Ich bin einer von sehr sehr vielen, ganz sicher. Und vielleicht ist das für die eine oder den anderen nicht einfach. Wir würden gerne nicht nur einmalig sein, sondern als etwas besonderes gesehen werden. Aber bin ich denn »besonders«? Und für wen? Was muss ich tun, um besonders zu sein oder zu werden? Was kann ich alles dafür tun? Ist da etwa das Ziel des Lebens verborgen? Es zu schaffen, dass ich besonders werde und bin? Um aufzufallen zwischen all den anderen Milliarden? Damit ich es wert werde, dass man mich beachtet? Damit ich endlich Beachtung finde? Dass ich dahin komme, wie mein eigenes Denkmal zwischen all den anderen zu wirken? Ist das der Weg? Ist das das Ziel? 
Was ist, wenn das alles gar nicht nötig sein sollte? Wenn ich ohnehin geliebt bin - ohne all das? Wenn ich als einmalig und besonders angesehen werde? Und genau deshalb geliebt und angenommen bin? Was ist, wenn ich längst bedingungslos geliebt bin? Das heißt angenommen bin - wie ich bin. Ohne Wenn und Aber? Was ist, wenn das kein Scherz, sondern Wirklichkeit ist? Wenn ich angenommen, geliebt und besonders war, bevor ich überhaupt war? »Der tiefste Grund für unsere Zuversicht liegt in Gottes Liebe zu uns: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.« (1. Johannes 4,19, NGÜ)