12. November 2012

Rätselhafte Bilder

Wir denken, dass wir die Wirklichkeit kennen. Da sie ja so klar abgebildet wird scheint eine Täuschung nahezu ausgeschlossen. 
Immer wieder denke ich daran, dass wir nur einen Bruchteil sehen können - und selbst dieser Bruchteil ist wie ein verwirrendes und rätselhaftes Bild. 
Uns wird in der Bibel gesagt, dass das Sichtbare vergänglich ist, aber das Unsichtbare ewig (2. Kor. 4,18). 
Das Unsichtbare ist unendlich, sicher auch unendlich weit und groß. Es gibt Momente in unserem Leben, in denen wir das erahnen können. Auch weil viele Menschen das Gefühl haben, dass es noch "etwas geben muss, das größer ist". Weil viele Menschen das Gefühl kennen, dass wir hier nicht ganz daheim sind - und es vielleicht ein Zuhause gibt, dass wir nicht kennen, aber uns dennoch danach sehnen. 
Liebe ist eines jener Phänomene, das uns erahnen lässt, dass es da noch mehr geben muss. Dass wir Menschen haben hergeben müssen und ahnen, dass sie noch leben, weil wir ihre Liebe noch spüren und erfahren. Wirkliche Liebe ist unendlich, ewig. Daran glaube ich. 
Und deshalb gibt es für mich auch kaum ein wichtigeres Dokument als das Hohelied der Liebe, das wir im 1. Brief des Apostel Paulus an die Korinther finden: Hohelied der Liebe
Einer der Verse, den ich besonders schätze und an den ich wieder einmal denken musste, lautet: »Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern; dann aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen;«