4. Februar 2013

Der Lyriker Hermann Hesse, dessen Gedichte mir sehr vertraut sind, schreibt: »Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.« 
Die Zeiten mögen sich hierin ändern, und möglicherweise wäre der durchaus allem Neuen nicht verschlossene Dichter auch ein E-Book-Leser. 
Seit geraumer Zeit schon lese ich Zeitungen nahezu ausschließlich auf diesen neuartigen Wegen. Die Zeitung von Gestern ist kein Thema mehr für mich. 
Bei Büchern hingegen sieht dies ganz anders aus. Ich profitiere in jeder Hinsicht von dem kränkelnden Büchermarkt. Warum? Weil das antiquarische Buch zu Spottpreisen zu erwerben ist. Das genieße ich in der Tat; wenngleich mir der Hintergrund, der dazu führt, schon bewusst ist und mir Sorge bereitet. Noch immer hoffe ich, dass die Buchpreisbindung nicht fällt. Es würde das Ende einer Bücherkultur in Deutschland bedeuten, die ich zutiefst bedauern müsste. 
Was mich derzeit wirklich interessiert und was ich an Buchmaterial benötige ist zur Zeit für mich so erschwinglich, dass ich es oft nicht fassen kann. Beinahe alles kann ich antiquarisch erstehen; und dies nutze ich in der Tat leidlich. Die Bücher, die ich lesen will und auch muss, würde ich niemals auf einem Kindle oder vergleichbaren Gerät lesen; denn ich arbeite mit den Büchern. Da wird angestrichen, unterstrichen, notiert und bearbeitet. Und wenn ich dann wieder auf der Suche nach solchen Fundstellen bin, ziehe ich das Werk aus dem Regal und werde sehr schnell fündig. 
Das kann mir auf Dauer (!) kein solches Gerät bieten. 
Und ich werde noch sehr lange oft und viel fündig werden - viel zu viel! Und ich werde mich auch immer wieder beschränken müssen und gerne beschränken auf das Buch der Bücher. 
Gerade lese ich Bunyans Pilgerreise und höre begleitend Johannes Falks gleichnamiges Konzeptalbum, das ich für das beste Album der letzten zehn Jahre halte. Bin erstaunt über diesen jungen Mann und sein großartiges Debütalbum. Welch eine geistliche Tiefe und was für ein großartiger Musiker! Sehr empfehlenswert: Johannes Falk, Pilgerreise

Kommentare:

Ulrich hat gesagt…

Ich mag ja vieles an neuer Technologie nutzen. Aber ein Buch zu lesen ist für mich immer noch die einzige Art, mich mit Literatur auseinanderzusetzen. Ich glaube, das bleibt auch so, auch, wenn ich mir wenig Zeit zum Lesen nehme.

Dasselbe gilt für Fotografien. Ich schaue mir vieles am Bildschirm an, aber gedrucktes ist das einzig Wahre für mich :)

jörg kassühlke hat gesagt…

Ja, mein Lieber, es geht mir sehr ähnlich.