28. März 2013


Kunst ist für mich, wenn sie Teil meines Inneren wird. Wenn ihr Ausdruck tief verwoben wird und ist in meiner Gefühls- und Gedankenwelt, auch meines Alltags. Es sind vornehmlich Bilder, von denen ich in meinem inneren Menschen bevölkert werde. Bilder, die entstanden sind durch Worte, aber im Besonderen auch tatsächlich existierende Bilder, die mich beeindruckt haben, sodass sie Teil meiner Welt geworden sind. 
So begegnete mir dieser Tage in meinem Alltag ein solches Bild, vielmehr die Erinnerung an ein solches. Sofort war die Imagination da, sofort wurde verknüpft. Jedoch ohne den Versuch eines Abkupferns, einer Blaupause, vielmehr war da die gute Erinnerung an ein Bild, das ich, zuweilen ohne es zu merken oder zu wissen, in mir trage. Ein Bild eines Künstlers, den ich sehr verehre, dessen Werke mich immer wieder zutiefst berührt und beeindruckt haben. Ein Bild mit Namen »Betty« von Gerhard Richter stand mir sofort im Auge, im Sinn und wurde für einen Augenblick in mir nachgezeichnet. Das verfestigte sich noch, als ich späterhin die Aufnahme auf dem Bildschirm sah und ich sie spärlich nachbearbeitete. 
Die wenigen Interviews, die ich mit dem Künstler sehen konnte, machten es mir noch leichter sein Werk umso mehr zu schätzen. Seine nahezu demütige Art, sein sich-zurücknehmen, sein sich-nicht-so-wichtig-nehmen, seine Uneitelkeit (gibt es dieses Wort - und wenn nicht, dann ist es auch egal) waren mir mehr als angenehm. Und das bei einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Nun, darum ging es ja gar nicht, als ich das Bild imaginierte. Es war da und es bereicherte erneut meinen Alltag. Und wusch - frei nach P. Picasso - für einen Augenblick den Staub von der Seele. 

Kommentare:

Ulrich hat gesagt…

Auch Dein Text und Bild können das mit dem Staub und der Seele bewirken, wohltuend irgendwie.

Ich wünsche Euch ein schönes Osterfest!

jörg kassühlke hat gesagt…

Danke, mein Lieber, das wünsche ich Dir und Deinen Lieben auch!