20. Juni 2014

Unklare Wege



Wenn ich meine Brille absetze, dann ist keine Klarsicht mehr. In irgendeiner Art kann ich mich fortbewegen, kann mich einigermaßen orientieren, aber es gibt kein sicheres Fortbewegen mehr. Die Anstrengungen gelten nur noch dem Wie des Vorwärtskommens. Zu sehen aber, was wirklich ist, was mich umgibt, wo ich mich aufhalte ist nicht mehr möglich. Das Äußere kann zudem nichts mehr mit meinem Inneren machen. Es ist ein Hangeln, ein Retten, kein natürliches Bewegen mehr möglich. 
Viele Jahre, ja Jahrzehnte war dies so in meinem Leben. Zu wenig sah ich klar - nein, eigentlich sah ich nicht klar. Ich lebte, und ich fürchte, dass dies eher einem Vegetieren gleich kam. 
So wusste ich nicht, dass ich einen Halt brauchte. Wusste nicht, dass ich geführt werden sollte. Wusste nicht, dass es einen Weg für mich gibt, der vorgezeichnet ist. Wusste nicht, dass dieses Vorzeichnen auch Freiheit für mich bedeuten sollte. 
So war ich wie blind. Bis ich an einem Tag - und ich werde diesen Moment nie mehr vergessen - noch einmal die Bibel aufschlug. Obwohl ich doch immer dachte: das ist rückwärtsgerichtet, von Vorgestern, was soll mir das jetzt noch sagen können..
Da fand ich Antworten. Ausgerechnet da fand ich Antworten auf Fragen, die ich mich kaum noch zu stellen wagte; da ich ohnehin keine Antworten mehr erwartete. Ich kannte, wie Hiob es einmal nannte, diesen Gott nur vom Hören-sagen. Dann aber konnte ich ihn sehen. 
Und spreche nun seit Jahren das nach, was ein Lieddichter einmal so beschrieb: »Aber nun bleibe ich für immer bei dir, und du hast mich bei meiner rechten Hand gefasst.« (Psalm 73,23 nach der NGÜ)

19. März 2014

Mein Zufluchtsort

Haben wir in einer Zeit, in der alles öffentlich zu werden scheint, in der es keine Geheimnisse mehr zu geben hat, auch noch Rückzugsmöglichkeiten? So lange ist es noch nicht her, dass man auch ohne ein Konto leben konnte, dies ist heutzutage nahezu unmöglich. Wird es noch lange dauern, bis wir uns auch den Neuen Medien nicht mehr entziehen können? Wieviel Privatsphäre gesteht mir diese Zeit noch zu, wo darf ich noch unbeobachtet sein, wo darf ich nur für mich sein und muss mich nicht darum sorgen, ob Bilder, Worte von mir mich nicht doch an einer Stelle einholen, mit der ich kaum rechnen konnte? Seit Jahren schon mache ich mich in meinem Blog öffentlich, zeichne ich auch mit meinem Namen in der Wirklichkeit das ab, was man beispielhaft hier gerade lesen kann. 
Vor inzwischen doch einigen Jahren zerbrach ein Stück meines Lebens. Beruflich, privat, innerlich wie äußerlich. Niemals werde ich den Moment vergessen, in dem ich mich wieder vor einem unübersehbar großen Scherbenhaufen wieder fand. Nie werde ich vergessen, wie ich mich fragte: Woher kommt mir Hilfe, woher Trost? Und ich am Morgen erwachte, auf dem uralten Holztisch in meinem Atelier die Bibel liegen sah und sie irgendwo aufschlug. Dort las ich: »Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Befreier. Mein Gott ist meine Zuflucht, mein Schild und mein starker Retter, meine Burg in sicherer Höhe.« (Psalm 18, NGÜ)
Diese Worte waren mir Trost wie nichts und niemand jemals zuvor. Und ich erlebte, dass mein Gott meine Zuflucht war, meine Burg in sicherer Höhe. In einem Lied heißt es: Du bist mein Zufluchtsort.. Es ist das, was ich erfahren durfte. Der Beginn des 18. Psalms ist bis zum heutigen Tag selbst auch ein Zufluchtsort für mich geblieben. 


12. Januar 2014

Mensch, Gott

Achtung! Die Sendung ist auf der Homepage des ERF nicht mehr zu sehen. Die Gesprächsbeiträge finden Sie hier: Die Tür


BeitragLink zur Sendung von Mensch, Gotthttp://www.dietuer.eu.