19. März 2014

Mein Zufluchtsort

Haben wir in einer Zeit, in der alles öffentlich zu werden scheint, in der es keine Geheimnisse mehr zu geben hat, auch noch Rückzugsmöglichkeiten? So lange ist es noch nicht her, dass man auch ohne ein Konto leben konnte, dies ist heutzutage nahezu unmöglich. Wird es noch lange dauern, bis wir uns auch den Neuen Medien nicht mehr entziehen können? Wieviel Privatsphäre gesteht mir diese Zeit noch zu, wo darf ich noch unbeobachtet sein, wo darf ich nur für mich sein und muss mich nicht darum sorgen, ob Bilder, Worte von mir mich nicht doch an einer Stelle einholen, mit der ich kaum rechnen konnte? Seit Jahren schon mache ich mich in meinem Blog öffentlich, zeichne ich auch mit meinem Namen in der Wirklichkeit das ab, was man beispielhaft hier gerade lesen kann. 
Vor inzwischen doch einigen Jahren zerbrach ein Stück meines Lebens. Beruflich, privat, innerlich wie äußerlich. Niemals werde ich den Moment vergessen, in dem ich mich wieder vor einem unübersehbar großen Scherbenhaufen wieder fand. Nie werde ich vergessen, wie ich mich fragte: Woher kommt mir Hilfe, woher Trost? Und ich am Morgen erwachte, auf dem uralten Holztisch in meinem Atelier die Bibel liegen sah und sie irgendwo aufschlug. Dort las ich: »Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Befreier. Mein Gott ist meine Zuflucht, mein Schild und mein starker Retter, meine Burg in sicherer Höhe.« (Psalm 18, NGÜ)
Diese Worte waren mir Trost wie nichts und niemand jemals zuvor. Und ich erlebte, dass mein Gott meine Zuflucht war, meine Burg in sicherer Höhe. In einem Lied heißt es: Du bist mein Zufluchtsort.. Es ist das, was ich erfahren durfte. Der Beginn des 18. Psalms ist bis zum heutigen Tag selbst auch ein Zufluchtsort für mich geblieben. 


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